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Ich hab’s wieder getan…

Ich habe es mal wieder getan. Entgegen jeglichen Verstandes und Vernunft. Wie konnte ich nur? Wie erkläre ich das meiner Frau??? Gut, ich habe es ihr bereits schonend beigebracht. Ihre Reaktion? Verhalten bis 7 Tage Regenwetter… Wovon schreibt der Typ hier nur?!

Na, von meiner HSV-Dauerkarte!!! Ich habe meine Dauerkarte für die Saison 2013/14 verlängert! Herrje… ich habe es wirklich getan.

Seit mindestens gefühlten 17 besch…eidenden Heimspielen schwöre ich mir „Kommende Saison HSV?! Nicht mehr mit mir! Zeit- und Geldverschwendung!“. So leicht ist die Sache dann aber doch nicht zu wuppen. HSV ohne mich… das wäre wie DSDS ohne Dieter Bohlen oder Sauerkraut ohne Kartoffelpüree. Es besteht durchaus eine intensive psychische Abhängigkeit, die sich nicht nur in Autoaufklebern äußert (s. Foto), sondern auch in einer bestehenden Hassliebe. Ich führe eine wunderbare Ehe, habe einen ganz tollen Sohn. Alles in Butter. Ohne den HSV würde mir DER Reibungspunkt im Leben fehlen. Viele zu peacemäßig mein Leben. An keiner anderen Sache (bzw. Menschen) kann ich mich so intensiv aufreiben wie an dem Chaos-Verein von der Elbe (Okay, ab August ärgere ich mich ggf. zusätzlich noch über meine SchülerInnen). Bücher könnte ich über diesen Fußballverein schreiben und endlos diskutieren. Und dann soll ich sang- und klanglos meine Dauerkarte hergeben? Von heute auf morgen? Unmöglich. Nee, mein Freund. Geht gar nicht. Es ist ja nicht so, dass ich mit der Familie keine „HSV-Modelle“ ausgearbeitet hätte, um den Verein erfolgreich in mein (relativ junges) Familienleben zu integrieren. Multitasking war noch nie so mein Ding. Da war vom Teilen der Dauerkarte die Rede (jemand 8 Spiele, ich 9 Spiele)  oder vom Erwerb von Einzelkarte (nee, lohnt sich nicht, da unwirtschaftlich). Im Endeffekt ist es aber doch ein Leichtes, den Anflehungen des HSV Folge zu leisten, die täglich in meinem E-Mail-Postfach landen („Verlängere deine Dauerkarte – JETZT“): Ein Klick auf den Link in der Mail und Sesam öffne dich, Ticketshop. Zwei Nümmerchen der abgelaufenenDauerkarte eingeben und auf „Bestellen (verbindlich)“ klicken – „Vielen Dank für Ihren Einkauf.“ Zeitgleich folgt der Gedankenblitz, der das schwarz-weiss-blaue Blut in den Adern zum Gefrieren bringt: „Ei, ei, ei – was habe ich jetzt wieder angestellt?! Hast du etwa…?!“.

Hassliebe

Okay, seriously: Dem Berliner kannste seine Currywurst auch nicht einfach so wegnehmen, nachdem er sie jahrelang wöchentlich konsumiert hat. Genauso ist es doch bei uns HSV-Fans. Einmal Dauerkarte, immer Dauerkarte. Zumindest solange sich Hamburg in Reichweite befindet (heißt: weniger als 1.000 Autokilometer entfernt). Apropos schlagen: „Schlagen“ könnte ich den HSV auch dieser Tage: Muppetshow war gestern, HSV-Aufsichtsrat ist heute. Mit der Entlassung von Sportdirektor Frank Arnesen wurde abermals ein langes Kapitel „Sportchefsuche“ aufgeschlagen. Ein Ende der unprofessionellen Posse ist bis dato nicht in Sicht. Aufsichtsrat will Oliver Kreuzer, Kreuzer will zum HSV (nachdem er schon einmal vor Jahren bei der damaligen Suche heftigst durchgefallen war. Wunder geschehen, ich war dabei.). Weiterlesen…

125 Jahre Leidenschaft: Herzlichen Glückwunsch, HSV

Jubiläums-Mitgliedsausweis

Jubiläums-Mitgliedsausweis

Am gestrigen Samstag, passend zum Bundesliga-Spiel gegen den „kleinen“ HSV aus Hannover, feierte Hamburg das 125. Vereinsjubiläum seines Hamburger SV‘. In einem hart umkämpften Spiel gewannen die Hanseaten durch das erste Heimtor von Neuzugang Artjoms Rudnevs in der 20. Minute mit 1:0. Die abendliche offizielle Feier in der O2-World war demnach gerettet. Vor Spielbeginn zeigten die Hamburger Fans, was sie drauf haben und sorgten für allgemeine Begeisterung: Zum Jubiläum gab es die größte Fußball-Choreographie aller Zeiten. Weltrekord! In achtmonatiger Gemeinschaftsarbeit haben die HSV-Fans, unter Federführung der „Chosen Few“, eine Choreographie auf die Beine gestellt, die ihresgleichen sucht. 45.000 Doppelhalter wurden von den Zuschauern mit dem Einlauf der Mannschaften in die Höhe gereckt. Vom unteren Teil des B-Rangs bis zum A-Rang der Imtech-Arena umspannte ein riesiges zusammenhängendes Banner das komplette Stadionrund. Die Aufschrift lautete:

„Ob Titel, Triumphe und Legenden, ob Zafirov, Autowachs und rosa Hemden – unsere Geschichte ist einmalig und wird niemals enden! 125 Jahre Hamburger Sport-Verein e. V.“.

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Manuel Neuer – die Geister, die ich rief

Manuel Neuer

Manuel Neuer alleine auf weiter Flur... (Quelle: flickr.com - Creative Commons / SurfGuard, Cologne)

Manuel Neuer hat es nach seinem Wechsel vom FC Schalke 04 zu den Münchener Bayern bei den dortigen Ultra-Gruppierungen bekanntlich nicht leicht. Seitens der Münchner Ultras wurden Neuer Benimmregeln aufgetragen, die der Torwart widerstandslos akzeptiert haben soll. So darf sich Neuer der ultrabesetzen Südkurve der Bayern nicht nähern, keine Gesänge per Megafon verbreiten, das Bayern-Emblem auf dem Trikot nicht küssen, usw.

Ein Aufschrei ging durch Deutschland und insbesondere auch durch die Führungsriege der Bayern. Bayern Präsident Uli Hoeness äußerte sich kürzlich in der „TZ“ am 21.7.11 wie folgt zu dem Thema: „Ich bekomme im Moment viele Briefe, in denen mir gesagt wird, dass wir das Verhalten der Ultras nicht mehr dulden sollen. Ich glaube, sie haben es einfach übertrieben. Die Geschichte im Trainingslager und vor allem die Regeln für Manuel haben das Fass zum Überlaufen gebracht.“.

Ich bin alles andere als ein Freund der Ultra-Bewegungen, die in vielen Vereinen seit geraumer Zeit die Fankultur diktieren und Deutschlands Fankurven aktiv regieren und steuern. Seien es z.B. die Schickeria in München die die CFHH (Chosen Few) in Hamburg. Der Fall Neuer sollte aber etwas tiefgründiger und mit mehr Objektivität betrachtet werden. Manuel Neuer hat sich bereits im Kindesalter 100%ig zum FC Schalke 04 bekannt, woraus er während seiner gesamten Schalker Zeit keinen Herhl machte. Im Gegenteil: Er ließ keine Gelegenheit aus, sich öffentlich zur Clubliebe zu bekennen. De wichtigste Aspekt hierbei ist aber seine jahrelange Mitgliedschaft in der Schalker „Buerschenschaft“, einer einflussreichen und konservativen Ultra-Bewegung auf Schalke. Der Name ist abgeleitet vom Gelsenkirchener Stadtteil Buer, in dem der FC Schalke seit 1973 traditionell seine Heimspiele austrägt. Manuel Neuer ist in diesem Stadtteil groß geworden und aufgewachsen – ein echter Schalker und Buerer Jung also. Bei seinem ersten Bundesligaspiel für den FC Schalke trug Manuel Neuer unter seinem Torwarttrikot sogar ein T-Shirt der „Buerschenschaft“. Neuer hat Schalke 04 tagtäglich regelrecht gelebt, ähnlich wie Kevin Großkreutz sich extremst mit dem BVB identifiziert. Zwei Beispiele von Fußballern, die extreme Vereinsliebe und Vereinstreue an den Tag legen bzw. gelegt haben. Eine Vereinsliebe, die man im heutigen Profifußball nur noch selten bis gar nicht vorfindet.

Dies ist auch der Stein des Anstosses. Manuel Neuer kehrt dem FC Schalke 04 den Rücken und heuert ausgerechnet beim Ligakonkurrenten aus München an. Schlichtweg ein „No-Go“ für alle Schalker und FCB-Ultras. Die Ehre der Gruppierungen, die konsequent für die traditionelle Fußballkutur einstehen, ist verletzt und aus ihrer Sicht beschmutzt. Es ist für die Münchner Ultras ein rotes Tuch, wenn ein ehemals aktiver Schalker Ultra namens Manuel Neuer plötzlich das Vereinstrikot des FC Bayern trägt und den Verein somit auch repräsentiert. Aus Sicht der Ultras ein Regelbruch erster Güte. Manuel Neuer wurde auch von den Schalker Ultras nach Bekanntwerden seines Wechsels aus der „Buerschenschaft“ ausgeschlossen.

Es geht hier folglich um eine Auseinandersetzung im „Innenverhältnis“ der jeweiligen Gruppierungen. Streitigkeiten innerhalb einer „kleinen Gruppe“, der auch Neuer seit langer Zeit angehört oder angehörte. Zumindest mit ihnen sympathisierte.

Fazit: Unser Nationaltorwart ist an den Entwicklungen zu einem Großteil selbst Schuld. Nicht zuletzt hat er sich durch den Wechsel hinsichtlich der Vereinsliebe unglaubwürdig gemacht. Wenn sich Neuer seit Jahren zu seiner Ultragesinnung öffentlich bekennt, muss er nun auch mit den Konsequenzen innerhalb der Gruppe(n) rechnen. Zu seinen Jugendzeiten hat Neuer wohl selbst nie damit gerechnet, einmal das Trikot der ersten Schalker Herrenmannschaft tragen zu dürfen, so dass ihm die Auswirkungen seiner Ultramitgliedschaft nicht bewusst waren. Dennoch hat er sich selbst auf den Höhepunkten seiner bisherigen Laufbahn nie von den Ultras distanziert. Ich bitte zu beachten, dass ich hier aus der Sicht der Ultras argumentiere, zu deren Gruppierung Neuer gehört. Er hat sich aus gänzlich freien Willen den Ultras angeschlossen und war sich sicherlich auch zu jedem Zeitpunkt den Ultra-Maximen bewusst. Ein Wechsel zu einem nicht-deutschen Fußballverein hätte ihm im übrigen wohl die wenigsten Ultras übelgenommen. Ein jeder weiss, dass ein professioneller Sportsmann immer nach der höchsten sportlichen (und ggf. auch finanziellen) Herausforderung strebt. Diese aber beim FC Bayern zu suchen, war der fatale Fehler des Ultras Neuer.

Durch diesen Blickwinkel betrachtet, habe ich Verständnis für die Reaktionen der „Fans“, wenn ich die „Regeln“ in der Ultra-Gemeinschaft als Maßstab nehme – sowohl auf Schalker als auch auf Münchner Seite. Ob dieser Fußballfanatasimus dem Sport gut tut sei einmal dahingestellt. Deswegen hege ich auch kein Mitleid mit Manuel Neuer. Wer sich so klar und eindeutig als Ultrafan bekennt, darf sich nicht wundern, wenn der Schuss irgendwann einmal nach hinten losgeht. TSMEFEXWVQ57

Im übrigen ist im heutigen Fußball vermehrt zu beobachten, dass sich einige Profifußballer als Ultras bekennen oder ihnen sehr nahestehen. Diese Entwicklung fiel mir vor Jahren bereits im unterklassigerenn Ligabereich auf. (3. bis 5. Liga). Dieses durchaus interessante Thema würge für heute ab. Eine Frage hat mich im Zuge meiner heutigen Recherchen noch beschäftigt und ich habe keine Antwort darauf finden können: Großkreutz und Neuer wird nachgesagt, sie wären zu früherer Zeit mit Stadionverboten belegt worden. Ist da etwas dran?

Manuel Neuer… und die Geister, die er selbst (!) rief.

Edit: Ich entdeckte eben einen Artikel im Blog „Spielverlagerung.de“ – im übrigen ein äußerst lesenswerter Blog – der sich mit dem gleichen Thema beschäftigt. Es ist reiner Zufall, dass wir das gleiche CreativeCommons-Neuer-Foto verwendet haben für unsere Einträge – witzig. Hier der Link: http://spielverlagerung.de/2011/07/21/politik-in-der-kurve/

Nach der Saison ist vor der Saison

Imtech Arena - Willkommen im Mittelmaß

Imtech Arena - Willkommen im Mittelmaß

Gestern ging eine für den HSV grauenvoll verlaufende Saison 2010/11 endlich zu Ende. Das 1:1 gegen die Gladbacher Fohlen interessierte kaum einen HSV-Fan. Im Fokus stand der Abstiegskrimi der Elf vom Niederrrhein. So egal das Ergebnis für alle HSV-Fans war, so egal was es im Endeffekt auch für die Gladbacher: sie hätten bei jedem Ergebnis auf einem Relegationsplatz gestanden, da Frankfurt in Dortmund verlor und die Wolfsburger sich in Hoffenheim durchsetzten. Noch mal Glück gehabt, Felix! Hamburg hat deinen Wolfsburgern nicht gerade die Daumen gedrückt…

Was bleibt übrig? Ein HSV, der sich selbst halbwegs in Schutt und Asche gelegt hat. Diese entwicklung war vorhersehbar und ist kein Produkt der abgelaufenen Saison. Der Verein hätte allerspätestens nach der katastrophalen Saison 2009/10 die Reissleine ziehen müssen, um einen kompletten Neuaufbau zu starten. Das sage ich nicht erst jetzt, sondern der Meinung bin ich schon seit über 2 Jahren. Die Halbfinaleinzüge im DFB- Pokal und der Europa-League haben den Verantwortlichen Personen (Vorastand UND Spieler) wohl mächtig Sand in die Augen gestreut und nach dem Motto „Alles wird gut“ handeln lassen. Zwei Jahre ohne eine Qualifikation für einen internationalen Wettbewerb heisst, dass der HSV nun gezwungen ist, einen Neuaufbau voranzutreiben, denn ohne Moos ist im Fußball nichts los.

Die Führungsriege des HSV ist bereits während der laufenden Saison ausgetauscht worden (Teile des Aufsichtsrates, Trainer und Vorstand). Ich verkneife mir an dieser Stelle jegliche Kommentare zur Trainersuche, zum Theater im AR und zur Sportchef-Findung. Nur so viel: Alles Gute, Herr Arnesen. Letzterem traue ich es durchaus zu, den Neuaufbau des Teams erfolgreich mitzugestalten. Selbiges gilt für Michael Oenning – mit Abstrichen.

Wichtiger als die Position des Trainers ist aus meiner Sicht aber die radikale Ausmistung des HSV-Kaders. Der abschied vieler ehemaliger vermeintlicher (!) „HSV-Größen“ ist bereits beschlossene Sache (Ze Roberto, Frank Rost, Collin Benjamin, Piotr Trochowski, Tunay Torun etc.). Es werden weitere Spieler folgen. Spieler, von denen wir es derzeit noch gar nicht glauben, dass wir sie gegen Gladbach zum letzten Mal im HSV-Trikot gesehen haben. Weg müssen zwingend noch folgende Spieler: Änis Ben-Hatira (ich habe kein Verständnis dafür, dass mit ihm verlängert werden soll und dass er so hochgejubelt wird – er bringt es nicht), Paolo Guerrero, David Jarolim (Härtefall), Guy Demel (seit 2,5 Jahren in Drittligaform), Eljero Elia (aus ihm wird beim HSV nie etwas werden – zu unreif und hochnäsig) und Marcell Jansen (zu verletzungsanfällig). Eine Wohltat, dass  Spieler wie Torun und Troche dem HSV bereits adios gesagt haben. Ich habe Piotr Trochowski seit Beginn seiner HSV-Zeit in jedem Heimspiel beobachtet und haben selten ein taugliches Spiel von ihm gesehen. Leider kamen Fans und Trainer erst in den letzten 2 Jahren auf die Idee, die Leistungen Troches genauso schlecht zu sehen wie ich. Das mag sich klugscheisserisch anhören, es ist aber bittere Realität. Was Jogi Löw mit „Peter“ in der Nationalmannschaft wollte, weiss ich bis heute nicht. Aber auch er hat seine Meinung bekanntlich angepasst.

Ein Härtefall ist David Jarolim. Jaro ist 100% HSV… An ihm scheiden sich die Geister: Verschleppt er das Spiel? Oder zieht er die Gegner auf sich durch langes Ballhalten und kämpft und rackert ohne Ende? Die Wahrheit liegt wohl in der Mitte. Jarolim hat das Pech, dass er aus meiner Sicht symbolisch für die Charakterschwäche des HSV steht. Seit mehreren Jahren erleben wir Fans immer das gleiche: Wir versagen in aller Regelmäßigkeit- gerne in der Rückrunde und/oder in wichtigen Spielen. Wenn ich von Charakter schreibe, dann meine ich auch den nicht vorhandenen Mannschaftsgeist, der den HSV insbesondere in den letzten 1,5 Jahren ausgezeichnet hat. Nur Stunk und Ärger in einer Truppe von Millionären, die die Taschen so voller Geld haben, dass sie nicht mal mehr laufen können. Vielen Dank. Lasst mal gut sein… Da passt dann in der kommenden Saison auch kein Großverdiener namens Guerrero mehr in die Mannschaft, auf dessen Bankkonto fast 5 Mio. jährlich landen.

Wo sind die Götzes und Großkreutze des Nordens?! Man predigt im Grunde immer das gleiche: Lieber HSV, schaue dich doch bitte mal frühzeitig bei der Bundesligakonkurrenz um, wenn es um Neuverpflichtungen geht. Schnrach, schnarch… Stattdessen werden für viel Geld Fußballer wie Neves, Alex Silva oder Marcus Berg geholt, die beim HSV genauso wenig „ankommen“ wie Eljero Elia. Verkaufen, verkaufen! Die HSV Scoutingabteilung sollte sich mal öfters bei Hannover 96, Eintracht Frankfurt oder in Gladbach umschauen. Ein Thema, über das man als HSV-Fan bereits seit Jahren rätselt und den Kopf schüttelt.

Um die ganze Geschichte hier abzukürzen: Bei unserem HSV gibt es derzeit mehr Baustellen als auf der A1. Frank Arnesen hat ab dem 23.5. als sportlicher Leiter das Kommando auf der HSV-Brücke und mimt den Polier. Also Frank – hol‘ den Presslufthammer raus und lass es poltern! Aber sei wachsam, sonst fliegt unsd das Ding um die Ohren. Ihr versteht?!

Man darf äußerst gespannt auf die kommende Saison sein. Allen Spielern wünsche ich einen schönen Urlaub, allen voran denen, die es sich verdient haben. Da gibt es nicht viele. Collin Benjamin und Frank Rost sind aber zumindest zwei dieser Sorte, die uns im nächsten Jahr fehlen werden, an die wir uns aber immer positiv erinnern werden.

Nun ist es Sache des neuen Vorstands, einen HSV zu basteln, für den es sich wieder lohnt, ins Stadion zu pilgern, mitzufiebern, sich zu freuen und zu leiden. Und: Ich vermute ganz stark, dass uns Mladen Petric verlassen wird. Im august. Einer der wenigen Spieler, auf die ich beim Neuaufbau setzen würde. Ist nur ein Gefühl, das mich hoffentlich trügt. Enjoy the summer! Wir haben lange gelitten. Schlimmer kann es nicht mehr kommen. Daher: Ich verlängere in acht Tagen meine Dauerkarte: Gleicher Block, gleiche Reihe, gleicher Sitz – und gleicher Preis.

Rettet den Apostroph, HSV!

Rettet das Apostroph

Rettet den Apostroph

Beim letzten Heimspiel des HSV fiel mir ein typischer Fauxpas der deutschen Sprache im Stadion auf. Tatort: Das Behinderten-WC und die dazugehörige Beschilderung. Wer erkennt den Fehler? Richtig! Ein orthographischer Fehler: Der Plural von „WC“ lautet „WCs“ und nicht „WC’s“ wie auf dem Schild falsch gedruckt. Anstelle des HSV hätte ich die Schilder lange mal ausgetauscht. Mich zumindest treiben solche Fehler immer zur Weissglut, zumal sie heutzutage von sehr vielen deutschsprechenden Menschen gemacht werden. Da wird wohl etwas mit dem Englischen verwechselt. Man geht vermehrt dazu über, das Plural-s bei englischen Begriffen mit einem fälschlich gesetzten Apostroph abzugrenzen. Meistens fallen Apostroph-Fehler bei den Genitiven auf, wie z.B. bei „Omas Backstube“ oder „Vaters Auto“.

Fazit: Es schreibt sich WCs, (oder CDs, Trochowskis Tor,…)! NICHT WC’s!!! Ich vermute, dass der HSV den Fehler selber noch nicht bemerkt hat oder gekonnt ignoriert. Lieber HSV, Fußballanhänger sind nicht so dumm wie ihr glaubt… 🙂

Rettet das Apostroph

Rettet den Apostroph

Die WM 2010 hat begonnen – meine Ohren

Vuvuzelas

Vuvuzelas (Source: flickr.com. Thanks to Coca Cola South (Creative Commons licence). http://www.flickr.com/photos/coca-colasouthafrica/4638238373/)

Ich bin für gewöhnlich ein toleranter Zeitgenosse… Gestern trieb es mir aber die Zornesröte ins Gesicht. Aber erstmal von vorne. Schön, dass die Fußball-WM in Südafrika endlich begonnen hat. Ebenfalls schön, dass die Menschen in Südafrika fast ausnahmslos in Feierlaune sind und allseits gute Stimmung verbreiten. Allseits? Nein, nicht allseits. Nicht in den Stadien. Dort hört man nur das ohrenbetäubende, nervtötende Tuten und Surren dieser höllischen Tröten, Vuvuzelas genannt. Für mich war es eine Qual, das WM-Eröffnungsspiel der Südafrikaner gegen Mexiko mit Ton in Zimmerlautstärke anzuschauen. Das Getute machte einen spätestens nach 10 Minuten aggressiv. Meiner Meinung nach haben Vuvuzelas nur einen Sinn: Die Stimmung in den WM-Stadien zu killen. Man hörte nicht einen Schlachtenbummler bzw. Fangesang. Dafür immerwährend Vuvuzelas. Platt gefragt: Was soll das?! Soll das afrikanische Fußballatmosphäre darstellen? Wenn ja, kann ich nur doppeldeutig feststellen: Armes Afrika… WM gucken wird also in den kommenden vier Wochen zur Qual, denn ich befürchte, dass bei Spielen ohne afrikanische Beteilung genauso hartnäckig getrötet wird wie im Eröffnungsspiel. Diese logische Vorausahnung macht mich nervös… Ohropax? Ton abstellen? Beides keine Lösung. Bei Bundesligaspielen war ich „SKY“ immer dankbar, dass man den Kommentator wegschalten und auf „Stadionton“ umschalten konnte. In Südafrika ist es umgekehrt: „Bitte lieber Kommentator, sprich lauter. Liebe Technik, dreht den Außenmikros den Saft ab!“ fleht man innerlich ab Spielminute 1.

In Europa wird vielfach befürchtet, dass Vuvuzelas auch Einzug in europäische oder auch deutsche Stadien nehmen werden. Meiner Ansicht nach ist diese angst völlig unbegründet, da Vuvuzelas fast allen deutschen/europäishen Fußballanhängern auf die Nerven gehen. Ich sage es mal so: Wehe, jemand bringt eine Vuvuzela mit ins Stadion… Derjenige wird sein Blasgerät nach weniger als 3 Minuten von seinen Tribünennachbarn zerbrochen und zertreten im nächsten Mülleimer wiederfinden. Jede Wette. Wir werden in Deutschland Vuvuzelas so oft in unseren schönen, stimmungsvollen Arenen sehen wie eine Kuh in der Straßenbahn. Keine Sorge – zumindest der deutsche Fußball scheint gerettet. Vuvuzela-Nutzer haben eh meist vom Tuten und Blasen keine Ahnung – unterstelle ich hier mal ganz frech und wortspielerisch.

Dennoch wird das Übel „Vuvuzela“ uns in den kommenden vier Wochen noch einige Nerven und Trommelfelle kosten. Oder hat jemand eine Idee, wie man innerhalb von 2-5 Tagen alle Vuvuzelas Afrikas entsorgen kann?!

Noch ein Wort an die Leute, die argumentieren, Vuvuzelas würden zur afrikanischen Fußballtradition gehören: Dies ist nicht korrekt. Die Tröten sind erst seit circa Mitte der 90er Jahre im Kommen und sind daher nicht als „Tradition“ auf dem Schwarzen Kontinent zu bezeichnen.

Fazit: Die WM 2010 bei den fröhlichen, gut gelaunten und fußballfanatischen Südafrikanern könnte so schön werden, jedoch zerstören die Vuvuzelas jegliche Stimmung in den WM-Arenen und lassen nicht den Hauch von Fußballatmosphäre aufkommen. Hey – dann lieber popcornessende Amerikaner… Die stören wenigstens nicht. Bin mal gespannt, ob sich unsere deutschen Schlachtenbummler gegen die Tröten durchsetzen werden am Sonntag und man wenigstens einige „Deutschland, Deutschland“-Rufe hören kann. Ich hege starke Zweifel.

Jetzt geht’s wieder los: HSV vs BVB

Heute startet mit der Heimpremiere auch für uns HSV-Fans die Bundesligasaison 2009/10 erst so richtig. Um 15:30 Uhr erwarten die Rothosen gleich ein Hochkaliber in der Arena im Volkspark: den BVB.

Wie lauten die Vorzeichen des Spiels: Der HSV muss nach den beiden letzten enttäuschenden ‚Spielen gegen Randers und Freiburg gewinnen. Alles andere als ein Sieg, würde für gehörig Unruhe sorgen. Bruno Labbadia kann jedenfalls personell aus dem Vollen schöpfen. Lediglich Alex Silva und und Basti Reinhardt sind langzeitverletzt. Torwart Frank Rost scheint wieder rechtzietig fit zu sein, nachdem er in der Woche über Fußschmerzen klagte. Beim BVB fehlt weiterhin Sebastian Kehl.

Was erwarte ich vom HSV? Eine ansprechende Leistung wie z.B. während des T-Home-Cups in der Saisonvorbereitung. Die letzten Spiele waren von Unkreativität, mangeldem Tempo und Spielaufbau sowie von Lahmarschigkeit geprägt. Ich will die Leidenschaft zurück auf dem Platz sehen. Das gilt für Paolo Guerrero genauso wie für Piotr Trochowski „und wie sie alle heissen“. Neuzugang Elia wird zum ersten Mal bei einem Bundesligaspiel von Anfang an auflaufen. Von Elia und Trochowski erwarte ich daher ein schnelles Flügelspiel, welches den BVB permanent unter Druck setzt und welches zwangsläufig Guerrero und Petric in Szene setzen wird. Als Sechser sind Jarolim und Ze Roberto gesetzt. Die Abwehrreihe werden Demel und Aogo auf den Außenpositionen und Mathijsen und Boateng innen bilden. Marcell Jansen wird sich nach seinen pomadigen Vorstellungen der letzten Wochen erstmal auf der Bank wiederfinden.

Wieso wird das Spiel spannend werden? Alleine die Konstellation birgt einige Brisanz. Erinnern wir uns an den letzten Spieltag der Saison: Piotr Trochowski sorgte mit seinem Last-Minute (Abseits-)Tor in Frankfurt für den Einzug in die Europa-League und verdrängte damit den BVB aus dem internationalen Geschäft (dass es insgesamt gesehen verdient für den HSV gewesen ist, sei an dieser Stelle nicht explizit erwähnt). Zudem gab es den spektakulären Spielertausch Petric – Zidan zu Beginn der letzten Saison. Beide Spieler werden hochmotiviert zu Werke gehen, wobei Lusche Zidan wohl nicht über den Status des Einwechselspielers hinauskommen wird. Noch Fragen hinsichtlich der Qualität der beiden Stürmer?! Ich kenne nur einen guten Fußballer names Zidane und der ist Franzose.

Fazit: Mir bereitet die spielerische Qualität meiner Hamburger Sorgenfalten. Ich sehe auch heute Probleme im Spielaufbau auf uns zukommen. Dabei sind wir gut besetzt: Elia und Troche auf den Außen, dahinter ein Weltklassefußballer namens Ze Roberto und vorne die torhungrigen Petric und Guerrero. Da muss doch eigentlich (!) was gehen. Rein nominell hat der HSV ein „erste Elf“, die wenig zu wünschen übrig lässt. Basis für einen Erfolg über den BVB ist aber eine stabile Abwehr. Ich lann nicht nachvollziehen, wieso wir hinten regelmäßig am Wackeln sind. Wir verfügen über eine eingespielte 4er Kette. Boateng/Mathijsen sind in ihren Nationalteams gesetzt und überzeugen regelmäßig mit Topleistungen. Mit zwei Sechsern vor der Kette sollte wenig anbrennen – normalerweise. Borussia Dortmund verfügt aber über eine starke, eingespielte Truppe, die punktuell super verstärkt wurde. Den größten Respekt habe ich vor dem neuen Stürmer Barrios und Tamas Hajnal. Dazu kommen Leute wie Tinga, Kuba, Sahin und Co., die deutlich besser spielen als in der letzten Saison. Dies gilt insbesondere für Tinga. Es wird ein heisser Tanz werden. Mein Tipp lautet: 3:2 für den HSV durch Tore von Petric, Guerrero und Troche.

Um 13 Uhr ist Abfahrt gen „schönster Stadt der Welt“.

Auf geht’s Hamburg – kämpfen und siegen! NUR DER HSV!

Gründonnerstag?! Nee: Blau-Weiss-Schwarz-Tag

Was ein Tag: Sonne, blauer Himmel mit weissen Wölkchen: Das passt doch gut zum heutigen HSV Viertelfinalspiel. Das Trikot ist rausgelegt, der Supporters-Schal frisch gewaschen. Nun fehlt nur noch ein Sieg ohne Gegentor.

Frei nach dem Motto: „Wir stehen Schlage vor dem Stadion, es riecht nach Bier und Sieg und Sensation…Wer wird Deutscher Meister? Ha – ha – ha – ha- ess – vau!“

Kleiner Wehrmutstropfen: Mit wurden in der Verlosung der DFB-Pokalfinal-Tickets in Berlin keine Karten zugeteilt. Da kann man nur hoffen, das sich im Falle eines HSV Finaleinzugs (wovon wir ja alle ausgehen) Tickets über HSV eröffnen als Dauerkarteninhaber und Vereinsmitglied. Ich werde allerdings nicht der einzige Interessent sein… Her mit den Tickets!!! Berlin, Berlin! Man stelle sich mal vor: Der HSV im Finale und ICH zu Hause vorm TV anstatt live im Stadion. Ich mag gar nicht dran denken…

So, liebe Leute, ich gehe jetzt gleich Robinho „putzen“. Wehe, die A7 ist aufgrund des Osterreiseverkehrs hoffnungslos verstopft. Wäre nicht das erste Mal. Derzeit Stau vorm Elbtunnel Richtung Süden 12 km ab Stellingen. Zum Glück: Da müssen wir runter.

Manchester?! Wat?! Wer?!

Ich überlege gerade, wie wir denn unsere Titel 2009 alle in einem Lied unterbringen können!? Wir holen den U-U-EFA Cup und wir werden Deutscher Meister *lufthol* und wir holen auch noch den DFB-Pokal… und … und … bauen Martin Jol ein Denkmal.

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