Enjans Blog

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Ich hab’s wieder getan…

Ich habe es mal wieder getan. Entgegen jeglichen Verstandes und Vernunft. Wie konnte ich nur? Wie erkläre ich das meiner Frau??? Gut, ich habe es ihr bereits schonend beigebracht. Ihre Reaktion? Verhalten bis 7 Tage Regenwetter… Wovon schreibt der Typ hier nur?!

Na, von meiner HSV-Dauerkarte!!! Ich habe meine Dauerkarte für die Saison 2013/14 verlängert! Herrje… ich habe es wirklich getan.

Seit mindestens gefühlten 17 besch…eidenden Heimspielen schwöre ich mir „Kommende Saison HSV?! Nicht mehr mit mir! Zeit- und Geldverschwendung!“. So leicht ist die Sache dann aber doch nicht zu wuppen. HSV ohne mich… das wäre wie DSDS ohne Dieter Bohlen oder Sauerkraut ohne Kartoffelpüree. Es besteht durchaus eine intensive psychische Abhängigkeit, die sich nicht nur in Autoaufklebern äußert (s. Foto), sondern auch in einer bestehenden Hassliebe. Ich führe eine wunderbare Ehe, habe einen ganz tollen Sohn. Alles in Butter. Ohne den HSV würde mir DER Reibungspunkt im Leben fehlen. Viele zu peacemäßig mein Leben. An keiner anderen Sache (bzw. Menschen) kann ich mich so intensiv aufreiben wie an dem Chaos-Verein von der Elbe (Okay, ab August ärgere ich mich ggf. zusätzlich noch über meine SchülerInnen). Bücher könnte ich über diesen Fußballverein schreiben und endlos diskutieren. Und dann soll ich sang- und klanglos meine Dauerkarte hergeben? Von heute auf morgen? Unmöglich. Nee, mein Freund. Geht gar nicht. Es ist ja nicht so, dass ich mit der Familie keine „HSV-Modelle“ ausgearbeitet hätte, um den Verein erfolgreich in mein (relativ junges) Familienleben zu integrieren. Multitasking war noch nie so mein Ding. Da war vom Teilen der Dauerkarte die Rede (jemand 8 Spiele, ich 9 Spiele)  oder vom Erwerb von Einzelkarte (nee, lohnt sich nicht, da unwirtschaftlich). Im Endeffekt ist es aber doch ein Leichtes, den Anflehungen des HSV Folge zu leisten, die täglich in meinem E-Mail-Postfach landen („Verlängere deine Dauerkarte – JETZT“): Ein Klick auf den Link in der Mail und Sesam öffne dich, Ticketshop. Zwei Nümmerchen der abgelaufenenDauerkarte eingeben und auf „Bestellen (verbindlich)“ klicken – „Vielen Dank für Ihren Einkauf.“ Zeitgleich folgt der Gedankenblitz, der das schwarz-weiss-blaue Blut in den Adern zum Gefrieren bringt: „Ei, ei, ei – was habe ich jetzt wieder angestellt?! Hast du etwa…?!“.

Hassliebe

Okay, seriously: Dem Berliner kannste seine Currywurst auch nicht einfach so wegnehmen, nachdem er sie jahrelang wöchentlich konsumiert hat. Genauso ist es doch bei uns HSV-Fans. Einmal Dauerkarte, immer Dauerkarte. Zumindest solange sich Hamburg in Reichweite befindet (heißt: weniger als 1.000 Autokilometer entfernt). Apropos schlagen: „Schlagen“ könnte ich den HSV auch dieser Tage: Muppetshow war gestern, HSV-Aufsichtsrat ist heute. Mit der Entlassung von Sportdirektor Frank Arnesen wurde abermals ein langes Kapitel „Sportchefsuche“ aufgeschlagen. Ein Ende der unprofessionellen Posse ist bis dato nicht in Sicht. Aufsichtsrat will Oliver Kreuzer, Kreuzer will zum HSV (nachdem er schon einmal vor Jahren bei der damaligen Suche heftigst durchgefallen war. Wunder geschehen, ich war dabei.). Weiterlesen…

125 Jahre Leidenschaft: Herzlichen Glückwunsch, HSV

Jubiläums-Mitgliedsausweis

Jubiläums-Mitgliedsausweis

Am gestrigen Samstag, passend zum Bundesliga-Spiel gegen den „kleinen“ HSV aus Hannover, feierte Hamburg das 125. Vereinsjubiläum seines Hamburger SV‘. In einem hart umkämpften Spiel gewannen die Hanseaten durch das erste Heimtor von Neuzugang Artjoms Rudnevs in der 20. Minute mit 1:0. Die abendliche offizielle Feier in der O2-World war demnach gerettet. Vor Spielbeginn zeigten die Hamburger Fans, was sie drauf haben und sorgten für allgemeine Begeisterung: Zum Jubiläum gab es die größte Fußball-Choreographie aller Zeiten. Weltrekord! In achtmonatiger Gemeinschaftsarbeit haben die HSV-Fans, unter Federführung der „Chosen Few“, eine Choreographie auf die Beine gestellt, die ihresgleichen sucht. 45.000 Doppelhalter wurden von den Zuschauern mit dem Einlauf der Mannschaften in die Höhe gereckt. Vom unteren Teil des B-Rangs bis zum A-Rang der Imtech-Arena umspannte ein riesiges zusammenhängendes Banner das komplette Stadionrund. Die Aufschrift lautete:

„Ob Titel, Triumphe und Legenden, ob Zafirov, Autowachs und rosa Hemden – unsere Geschichte ist einmalig und wird niemals enden! 125 Jahre Hamburger Sport-Verein e. V.“.

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Hamburger SV: Gedanken zur wahrscheinlichen Abstiegssaison 2012/13

Ziehen immer mehr dunkle Wolken über dem Volkspark auf? Wird es kommende Saison Nacht um den HSV? Dieser Blog verrät es.
(Quelle: Marco Fieber via flickr.com – CC-Lizenz)

Hagenbecks Tierpark eröffnete kürzlich unter drastischer Heraufsetzung der Ticketpreise sein neues „Eismeer“. Was haben der HSV und der Tierpark gemeinsam? Beim HSV schwimmt man auch im kalten Wasser. Auch wenn die Dauerkartenpreise gleich geblieben sind.
Die 50. Jubiläums-Bundesliga-Saison 2012/13 rückt mit großen Schritten näher und dem gemeinen HSV-Fan wird mulmig zumute. Dem gemeinen HSV-Fan? Korrektur: Dem Fußballkenner und objektiven Betrachter wird mulmig zumute.

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Willkommen zurück, Bundesliga

Ernüchternder, aber erwarteter Auftakt für den Hamburger SV in die neue Bundesligasaison 2011/12. Die Rothosen verloren auswärts beim amtierenden Deutschen Meister Borussia Dortmund mit 1:3 und waren mit dem Ergebnis noch gut bedient. Es scheint, als würde der BVB genau da anknüpfen, wo sie letzte Saison aufgehört haben. Der HSV hatte am Freitagabend nicht den Hauch einer Chance gegen großartig auftrumpfende Dortmunder, die den HSV von Anfang bis zum Ende des Spiels völlig unter Kontrolle hatten. Selbst eingefleischte HSV-Fans mussten die Leistung der Biene Majas neidlos anerkennen.
Allerdings machte es der HSV den Dortmundern auch kinderleicht. Die HSV-Abwehr um Kapitän Westermann wackelte ein und das andere Mal. Von Ordnung in der Hintermannschaft und Spielaufbau keine Spur. So fragte man sich auch, wo denn der werte Herr Diekmeier beim 1:0 der Dortmunder war? Irgendwo auf Höhe Mittellinie und hinter dem Torschützen Kevin Großkreutz hinterherhechelnd. Wie zuletzt auch im „Liga total“-Cup zu beobachten war. Da muss der Ex-Nürnberg in Zukunft weitaus schneller auf Defensive umschalten bzw. darf sich gegen einen solchen Gegner nicht zu weit nach vorne bewegen.
Die Niederlage Dennis Diekmeier anzukreiden wäre aber zu naiv. Fast die komplette Mannschaft des HSV stand neben sich und war mit dem konsequenten Forechecking und schnellen Spiel des BVB hoffnungslos überfordert. Der BVB auf Barcelonas Spuren… Schon im Heimspiel gegen den BVB in der letzten Saison, war ich tief beeindruckt von den Qualitäten, der Struktur, der Eingespieltheit und Power des Klopp’schen Teams. Diese Mannschaft wird auch diese Saison Maßstäbe setzen und in der Champions-League eine große Nummer werden – so meine Prognose.

Was nun, HSV? Ein großer Lichtblick war der von Chelsea gekommende Deutsch-Türke Gökhan Töre. Da hat Sportdirektor Arnesen ein großes Talent mitgebracht, welches sich auf Anhieb nach anfänglichen kleineren Querelen in die Startformation des HSV gespielt hat. Der Mann hat Zug und fightet. Weiter so. Da können sich die Mitspieler gerne eine Scheibe von abschneiden. Ein HSV-Spieler hat mich wieder einmal auf ganzer Länge enttäuscht: Eljero Elia. Für mich ist er von Anfang an eine Art rotes Tuch im HSV-Kader gewesen und meine Einschätzung bestätigt sich auch diese Saison. Wie pomadig Elia gegen Dortmund spielte. Nichts gelang dem – aus meiner Sicht total unreifen – Niederländer. Nicht ohne Grund wechselte Trainer Oenning zur Halbzeit Marcell Jansen ein, der mit seinem straken Drank nach vorne Akzente zu setzen wusste. Mit Jansen kam etwas Schwung ins HSV-Spiel und Jansen konnte sich ein ums andere Mal gegen die starken Dortmunder Außenverteidiger durchsetzen. So wollen wir das sehen, so wollen wir ihn sehen – auch gegen Hertha am kommenden Wochenende. Es erscheint einem völlig schleierhaft, wieso sich ein eigentlich so hervorragender Fußballer wie Elia in Hamburg (im Gegensatz zur niederländischen Nationalmannschaft) bislang nicht durchsetzen konnte. Der HSV und Elia: das passt nicht und es hat noch nie gepasst.

David Jarolim musste überraschenderweise auf der Bank Platz nehmen. HSV-Coach Oenning zog es vor, Rincon und Kacar als Doppel-Sechs auflaufen zu lassen. Keiner der beiden konnte weder defensiv noch offensiv Akzente setzen. 3 aus 2 lautet das Motto: Jarolim, Kacar oder Rincon. Einer der drei wird auch gegen Hertha auf der Bank sitzen müssen. Kacar hätte bei mir einen Stammplatz, da er offensivstark ist. Bei Jarolim und Rincon scheiden sich jeweils die Geister. Ich sehe beide etwa gleichauf.

Enttäuschend unser Sturm: Mladen Petric sah mangels Zuspielen keinen Ball und Copa-America-Superstar Paolo Guerrero fiel bereits in Halbzeit 1 mit einem Muskelfaserriss aus. Wie sagte bereits Thomas Doll? Haste Scheisse am Fuß, haste Scheisse am Fuß. Guerrero wird also vorerst ausfallen – die Chance für unseren kleinen Koreaner Son. Ich hege aber stark Zweifel, dass er sich letztendlich auch in der Bundesliga durchsetzen wird. Ihm fehlt es an nötiger Robustheit.

Wo sehe ich die Probleme des HSV? Verwunderlich, dass Frank Arnesen das Team nicht auf der rechten offensive Seiten verstärkt hat. Für mich DIE Baustelle der Hamburger. Ein Äns Ben-Hatira hat aus meiner Sicht kein Bundesliga-Niveau. Ben-Hatira wurde in der Rückrunde der letzten Saison aus mir unerfindlichen Gründen vom Trainer und den Medien hochgejubelt. Für mich ist Ben-Hatira eher der neue Trochowski. Sprich: Ein uneffektiver Spieler, der nichts „reisst“.
Eine weitere Baustelle ist der Spielaufbau im Allgemeinen. Der HSV verfügt aus meiner subjektiven Sichtweise nicht über das Spielermaterial für einen schnellen und ideenreichen Spielaufbau. Erst recht nicht, wenn die wenigen verbliebenden Kreativspieler wie Elia zu Totalausfällen mutieren. Daher meine Prognose: Der HSV wird wie in all den Jahren zuvor akute Probleme haben, das Spiel zu „machen“ und den Ball gescheit vor das gegnerische Tor zu befördern.  Dazu sind auch die offensiven Seiten zu schwach besetzt. Einzig und alleine ein Marcell Jansen macht Hoffnung. Außerdem Neuzugang Per Skjelbred von Rosenborg Trondheim. Der neue „blonde Engel“ der Liga?!

So negativ wie mein Text auch klingen mag: Der Hamburger SV befindet sich in einer Phase des größstmöglichen Umbruchs. Wir Fans, die Medien und auch der Verein sollten mittel- bzw. längerfristig die vor der Saison geforderte Geduld aufbringen. Den Trainer in Frage zustellen ist zu diesem Zeitpunkt grober Unfug, der von Fußballahnungslosigkeit zeugt. Hamburg erwartet insgeheim von der jüngsten Mannschaft der Liga auf Anhieb Platz 2 bis 6. Wie utopisch kann man denken?! Liebe HSV-Fans, bitte dschraubt die Erwartungen rigoros herunter. Diese Saison wird es für den HSV um die Plätze 10 bis 16 gehen. Ich erwarte durchaus den tabellarischen Kontakt zur Abstiegszone. Das Spiel gegen Hertha BSC am 2. Spieltag wird ein Stückchen mehr Licht ins Dunkle bringen. Auch nach dem verkorksten Saisonauftakt gegen den BVB ist und bleibt der HSV die Wundertüte der Liga.

Neue HSV-Dauerkarte

HSV-Dauerkarte 2011/12

HSV-Dauerkarte 2011/12

Der Hamburger SV hat damit begonnen, die Dauerkarten für die Saison zu verschicken. Heute ist meine angekommen. Über das Design lässt sich streiten. Auf den Karten der Vorjahre waren jeweils alte HSV-Spielerlegenden zu sehen. Diese Saison greift das neue Marketing-Konzept des Vereins („Nur der HSV!“, usw.). Mir ist das Layout schnuppe, solange ich ins Stadion komme.

Der HSV spielt heute im Liga-total-Cup-Finale gegen den amtierenden Deutschen Meister aus Dortmund. Gestern besiegte das neu formierte HSV-Team überraschenderweise die Millionentruppe des FC Bayern mit 2:1 (2:0). Die Tore schoss jeweils unser 19jähriges südkoreanisches Supertalent Heung Ming Son. Weiter so, Heung Ming. Aber nicht nur Son wusste zu überzeugen, sondern das gesamte Team. Eine Lanze brechen muss ich vorerst (!) für die Neuzugänge Töre und Mancienne, die vom FC Chelsea kamen. Das sah schon einmal sehr, sehr gut aus. Wir HSV-Fans freuen uns auf die neue Saison.

Nach der Saison ist vor der Saison

Imtech Arena - Willkommen im Mittelmaß

Imtech Arena - Willkommen im Mittelmaß

Gestern ging eine für den HSV grauenvoll verlaufende Saison 2010/11 endlich zu Ende. Das 1:1 gegen die Gladbacher Fohlen interessierte kaum einen HSV-Fan. Im Fokus stand der Abstiegskrimi der Elf vom Niederrrhein. So egal das Ergebnis für alle HSV-Fans war, so egal was es im Endeffekt auch für die Gladbacher: sie hätten bei jedem Ergebnis auf einem Relegationsplatz gestanden, da Frankfurt in Dortmund verlor und die Wolfsburger sich in Hoffenheim durchsetzten. Noch mal Glück gehabt, Felix! Hamburg hat deinen Wolfsburgern nicht gerade die Daumen gedrückt…

Was bleibt übrig? Ein HSV, der sich selbst halbwegs in Schutt und Asche gelegt hat. Diese entwicklung war vorhersehbar und ist kein Produkt der abgelaufenen Saison. Der Verein hätte allerspätestens nach der katastrophalen Saison 2009/10 die Reissleine ziehen müssen, um einen kompletten Neuaufbau zu starten. Das sage ich nicht erst jetzt, sondern der Meinung bin ich schon seit über 2 Jahren. Die Halbfinaleinzüge im DFB- Pokal und der Europa-League haben den Verantwortlichen Personen (Vorastand UND Spieler) wohl mächtig Sand in die Augen gestreut und nach dem Motto „Alles wird gut“ handeln lassen. Zwei Jahre ohne eine Qualifikation für einen internationalen Wettbewerb heisst, dass der HSV nun gezwungen ist, einen Neuaufbau voranzutreiben, denn ohne Moos ist im Fußball nichts los.

Die Führungsriege des HSV ist bereits während der laufenden Saison ausgetauscht worden (Teile des Aufsichtsrates, Trainer und Vorstand). Ich verkneife mir an dieser Stelle jegliche Kommentare zur Trainersuche, zum Theater im AR und zur Sportchef-Findung. Nur so viel: Alles Gute, Herr Arnesen. Letzterem traue ich es durchaus zu, den Neuaufbau des Teams erfolgreich mitzugestalten. Selbiges gilt für Michael Oenning – mit Abstrichen.

Wichtiger als die Position des Trainers ist aus meiner Sicht aber die radikale Ausmistung des HSV-Kaders. Der abschied vieler ehemaliger vermeintlicher (!) „HSV-Größen“ ist bereits beschlossene Sache (Ze Roberto, Frank Rost, Collin Benjamin, Piotr Trochowski, Tunay Torun etc.). Es werden weitere Spieler folgen. Spieler, von denen wir es derzeit noch gar nicht glauben, dass wir sie gegen Gladbach zum letzten Mal im HSV-Trikot gesehen haben. Weg müssen zwingend noch folgende Spieler: Änis Ben-Hatira (ich habe kein Verständnis dafür, dass mit ihm verlängert werden soll und dass er so hochgejubelt wird – er bringt es nicht), Paolo Guerrero, David Jarolim (Härtefall), Guy Demel (seit 2,5 Jahren in Drittligaform), Eljero Elia (aus ihm wird beim HSV nie etwas werden – zu unreif und hochnäsig) und Marcell Jansen (zu verletzungsanfällig). Eine Wohltat, dass  Spieler wie Torun und Troche dem HSV bereits adios gesagt haben. Ich habe Piotr Trochowski seit Beginn seiner HSV-Zeit in jedem Heimspiel beobachtet und haben selten ein taugliches Spiel von ihm gesehen. Leider kamen Fans und Trainer erst in den letzten 2 Jahren auf die Idee, die Leistungen Troches genauso schlecht zu sehen wie ich. Das mag sich klugscheisserisch anhören, es ist aber bittere Realität. Was Jogi Löw mit „Peter“ in der Nationalmannschaft wollte, weiss ich bis heute nicht. Aber auch er hat seine Meinung bekanntlich angepasst.

Ein Härtefall ist David Jarolim. Jaro ist 100% HSV… An ihm scheiden sich die Geister: Verschleppt er das Spiel? Oder zieht er die Gegner auf sich durch langes Ballhalten und kämpft und rackert ohne Ende? Die Wahrheit liegt wohl in der Mitte. Jarolim hat das Pech, dass er aus meiner Sicht symbolisch für die Charakterschwäche des HSV steht. Seit mehreren Jahren erleben wir Fans immer das gleiche: Wir versagen in aller Regelmäßigkeit- gerne in der Rückrunde und/oder in wichtigen Spielen. Wenn ich von Charakter schreibe, dann meine ich auch den nicht vorhandenen Mannschaftsgeist, der den HSV insbesondere in den letzten 1,5 Jahren ausgezeichnet hat. Nur Stunk und Ärger in einer Truppe von Millionären, die die Taschen so voller Geld haben, dass sie nicht mal mehr laufen können. Vielen Dank. Lasst mal gut sein… Da passt dann in der kommenden Saison auch kein Großverdiener namens Guerrero mehr in die Mannschaft, auf dessen Bankkonto fast 5 Mio. jährlich landen.

Wo sind die Götzes und Großkreutze des Nordens?! Man predigt im Grunde immer das gleiche: Lieber HSV, schaue dich doch bitte mal frühzeitig bei der Bundesligakonkurrenz um, wenn es um Neuverpflichtungen geht. Schnrach, schnarch… Stattdessen werden für viel Geld Fußballer wie Neves, Alex Silva oder Marcus Berg geholt, die beim HSV genauso wenig „ankommen“ wie Eljero Elia. Verkaufen, verkaufen! Die HSV Scoutingabteilung sollte sich mal öfters bei Hannover 96, Eintracht Frankfurt oder in Gladbach umschauen. Ein Thema, über das man als HSV-Fan bereits seit Jahren rätselt und den Kopf schüttelt.

Um die ganze Geschichte hier abzukürzen: Bei unserem HSV gibt es derzeit mehr Baustellen als auf der A1. Frank Arnesen hat ab dem 23.5. als sportlicher Leiter das Kommando auf der HSV-Brücke und mimt den Polier. Also Frank – hol‘ den Presslufthammer raus und lass es poltern! Aber sei wachsam, sonst fliegt unsd das Ding um die Ohren. Ihr versteht?!

Man darf äußerst gespannt auf die kommende Saison sein. Allen Spielern wünsche ich einen schönen Urlaub, allen voran denen, die es sich verdient haben. Da gibt es nicht viele. Collin Benjamin und Frank Rost sind aber zumindest zwei dieser Sorte, die uns im nächsten Jahr fehlen werden, an die wir uns aber immer positiv erinnern werden.

Nun ist es Sache des neuen Vorstands, einen HSV zu basteln, für den es sich wieder lohnt, ins Stadion zu pilgern, mitzufiebern, sich zu freuen und zu leiden. Und: Ich vermute ganz stark, dass uns Mladen Petric verlassen wird. Im august. Einer der wenigen Spieler, auf die ich beim Neuaufbau setzen würde. Ist nur ein Gefühl, das mich hoffentlich trügt. Enjoy the summer! Wir haben lange gelitten. Schlimmer kann es nicht mehr kommen. Daher: Ich verlängere in acht Tagen meine Dauerkarte: Gleicher Block, gleiche Reihe, gleicher Sitz – und gleicher Preis.

Der Apostroph ist von uns gegangen…

Ihr erinnert euch an mein Posting „Rettet den Apostroph„? Der HSV hat dankenswerterweise auf meine E-Mail hin reagiert und hat auf sämtlichen Hinweisschildern in der Imtech Arena den Fehler korrigiert. Das fehlgesetzte Apostroph wurde übergeklebt.

Zur Erinnerung: In der Imtech-Arena des HSV befanden sich Hinweisschilder mit der fehlerhaften Beschriftung „Weitere WC’s…“. Da es sich um einen einfachen Plural handelt, wird hier laut amtlicher Rechtschreibung natürlich kein Apostroph gesetzt.

Hier die Beweisfotos, die ich vor dem Spiel gegen Hannover 96 machte (16.4.2011):

ohne Apostroph (korrigiert)

ohne Apostroph (korrigiert)

nachher

nachher

Vorher und nachher

Vorher und nachher

HSV-Tormusik: Tüdelband beim Spiel gegen Nürnberg

Hier mal ein kurzes Video der neuen HSV-Tormusik, die ich letztens hier im Blog erwähnte. Aus lizenzrechtlichen Gründen habe ich Spielszenen bzw. das Tor herausgeschnitten herausschneiden müssen *grummel*. 1:0 durch Joris Mathijsen. Endstand 1:1. Mehr gibt es zu dem unansehnlichen Spiel eh nicht zu sagen.

Leider hat YouTube das Video rausgeschmissen aufgrund von Urheberrechtsverletzungen. Bloggen so definitiv keinen Spaß mehr. Auf dem Video sah man lediglich die Zuschauer jubeln und in weiter Ferne eine sehr unscharfe Spielertraube. Das Video stoppte genau mit Wiederanpfiff. Ich kann es nachvollziehen, wenn keine Spielszenen veröffentlicht werden dürfen, aber Torjubel und Fangesänge?! Wie auch immer. Ich rege mich nicht mehr auf. Dann filme ich halt nicht mehr im Stadion bzw. nur meine Sitznachbarn – alles, nur den grünen Rasen nicht.

 

Neue HSV-Tormusik – ein Volltreffer

Seit Beginn der neuen Bundesliga-Saison 2010/11 lässt der HSV den eigenen Anhang mit einer neuen Tormusik jubeln. Coldplays „Viva la Vida“ wurde durch Heidi Kabels Klassiker „An de Eck steiht’n Jung mit’n Tüdelband“ abgelöst. Meiner Meinung nach eines der stimmungsvollsten Tormusiken, die der HSV hätte auswählen können. Das ganze Stadion sang bereits bei der Bundesliga-Premiere gegen Schalke 04 mit – und das gleich zwei Male. Genialer Schachzug des HSV. Fast so genial wie Ruuds Tore. Ein klassisches Hamburger Lied zum Mitsingen und Abfeiern. Außerdem eine Tormusik für jede Generation. Zugegeben: Ich war erst skeptisch, denn ich mochte „Viva la Vida“. Ich war aber ganz schnell von Heidis Liedgut überzeugt. Absolut HSV-tauglich.

Die wenigsten von euch werden das Lied kennen. Daher habe ich mal ein You-Tube-Video eingebunden. Dort wurde das Lied „zum Üben und Warmmachen“ eine halbe Stunde vor Anpfiff der Partie gespielt.

Der Refrain lautet:
Klaun, klaun, Äppel wüllt wi klaun,
ruck zuck övern Zaun,
Ein jeden aber kann dat nich,
denn er muss aus Hamburg sein.

Heidi Kabel lebt in unseren Herzen und im Stadion weiter. Schön.

Bald geht es wieder los: Haa – Ess – Vau

Die neue Dauerkarte ist seit wenigen Tagen in meinem Besitz. Das diesjährige Motiv finde ich toll: Die Westtribünen-Choreo vorm Europa-League-Spiel gegen Fulham. Ich hatte davon auch ein Foto gemacht… Vergleich own pic vs. Dauerkarte 2010/11. NUR DER HSV! Weitere Infos zum HSV gibt es ein ander Mal – die Mannschaft hat diese Woche das Trainingslager im österreichischen Längenfeld gestartet. Bald dazustossen dürfte HSV-Neuzugang Heiko Westermann. Herzlich willkommen! Selbiges gilt auch für Dennis Diekmeier, der aus Nürnberg geholt wurde (macht Guy Demel endlich Feuer unterm Hintern), sowie für den vom 1. FCN zurückgekehrten entliehenen Spieler Choupo-Moting und dem Neu-Trainergespann Armin Veh/Michael Oenning. Jetzt „veht“ ein spürbar anderer Wind beim HSV als noch zu Zeiten „Schlabbadias“. Auffällig nürnberg-lastig das Ganze (Choupo, Oenning, Diekmeier – alles mal Ex-Nürnberger). Mut zur Hoffnung macht auch Nachwuchsspieler Heung Min Son. Er hat sich als bereits unglaublich treffsicher erwiesen. Trainer Veh wird das derzeit gängige 4-2-3-1-Sytem spielen lassen mit Paolo Guerrero zentral und mit nuer einen echten Spitze, die vorraussichtlich Ruud van Nistelrooy heißen wird.Aus meiner Sicht wird Mladen Petric auf der rechten Seite Probleme bekommen. Ein Wort noch zu niederländischen Wendehals Affelay: Bleib, wo du bist. Ich mag keine Spieler mehr sehen, die arrogant daherkommen und sich (wie Eljero Elia) schon bei Real Madrid wähnen. Daher Daumen hoch für die momentane Einkaufspolitik von Siegenthaler, Reinhardt und Co.: Zunehmend deutsche Spieler verpflichten, die sich eher mit dem HSV identifizieren als einige andere Herren. Ich muss immer noch laut lachen, wenn ich an Thiago Neves denke… Das Lachen wird lauter, wenn ich mir die Geschichte um die vermeintliche brasilianische Fußballperle Carlos Alberto und Werder Bremen ins Gedächtnis zurückrufe: Die Nulpe wäre um ein Haar für einen zweistelligen Millionenbtrag beim HSV gelandet damals. Er spielt jetzt im übrigen für den CR Vasco da Gama in seiner Heimat. Das kommt davon, wenn 10 geldgierige Berater um einen herumwuseln und man nicht weiß, was man will und tut.

Plattitüde zum Schluss: Auf gehts, Hamburg, kämpfen und siegen! Gilt besonders für das Auftaktmatch gegen Schalke in der Imtech-Arena. Van Nistelrooy gegen Raul?! Auf jeden Fall Westermann gegen Metzelder.

Choreo

Choreo

Dauerkarte 2010/11

Dauerkarte 2010/11

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