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Hamburger SV: Gedanken zur wahrscheinlichen Abstiegssaison 2012/13

Ziehen immer mehr dunkle Wolken über dem Volkspark auf? Wird es kommende Saison Nacht um den HSV? Dieser Blog verrät es.
(Quelle: Marco Fieber via flickr.com – CC-Lizenz)

Hagenbecks Tierpark eröffnete kürzlich unter drastischer Heraufsetzung der Ticketpreise sein neues „Eismeer“. Was haben der HSV und der Tierpark gemeinsam? Beim HSV schwimmt man auch im kalten Wasser. Auch wenn die Dauerkartenpreise gleich geblieben sind.
Die 50. Jubiläums-Bundesliga-Saison 2012/13 rückt mit großen Schritten näher und dem gemeinen HSV-Fan wird mulmig zumute. Dem gemeinen HSV-Fan? Korrektur: Dem Fußballkenner und objektiven Betrachter wird mulmig zumute.

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Willkommen zurück, Bundesliga

Ernüchternder, aber erwarteter Auftakt für den Hamburger SV in die neue Bundesligasaison 2011/12. Die Rothosen verloren auswärts beim amtierenden Deutschen Meister Borussia Dortmund mit 1:3 und waren mit dem Ergebnis noch gut bedient. Es scheint, als würde der BVB genau da anknüpfen, wo sie letzte Saison aufgehört haben. Der HSV hatte am Freitagabend nicht den Hauch einer Chance gegen großartig auftrumpfende Dortmunder, die den HSV von Anfang bis zum Ende des Spiels völlig unter Kontrolle hatten. Selbst eingefleischte HSV-Fans mussten die Leistung der Biene Majas neidlos anerkennen.
Allerdings machte es der HSV den Dortmundern auch kinderleicht. Die HSV-Abwehr um Kapitän Westermann wackelte ein und das andere Mal. Von Ordnung in der Hintermannschaft und Spielaufbau keine Spur. So fragte man sich auch, wo denn der werte Herr Diekmeier beim 1:0 der Dortmunder war? Irgendwo auf Höhe Mittellinie und hinter dem Torschützen Kevin Großkreutz hinterherhechelnd. Wie zuletzt auch im „Liga total“-Cup zu beobachten war. Da muss der Ex-Nürnberg in Zukunft weitaus schneller auf Defensive umschalten bzw. darf sich gegen einen solchen Gegner nicht zu weit nach vorne bewegen.
Die Niederlage Dennis Diekmeier anzukreiden wäre aber zu naiv. Fast die komplette Mannschaft des HSV stand neben sich und war mit dem konsequenten Forechecking und schnellen Spiel des BVB hoffnungslos überfordert. Der BVB auf Barcelonas Spuren… Schon im Heimspiel gegen den BVB in der letzten Saison, war ich tief beeindruckt von den Qualitäten, der Struktur, der Eingespieltheit und Power des Klopp’schen Teams. Diese Mannschaft wird auch diese Saison Maßstäbe setzen und in der Champions-League eine große Nummer werden – so meine Prognose.

Was nun, HSV? Ein großer Lichtblick war der von Chelsea gekommende Deutsch-Türke Gökhan Töre. Da hat Sportdirektor Arnesen ein großes Talent mitgebracht, welches sich auf Anhieb nach anfänglichen kleineren Querelen in die Startformation des HSV gespielt hat. Der Mann hat Zug und fightet. Weiter so. Da können sich die Mitspieler gerne eine Scheibe von abschneiden. Ein HSV-Spieler hat mich wieder einmal auf ganzer Länge enttäuscht: Eljero Elia. Für mich ist er von Anfang an eine Art rotes Tuch im HSV-Kader gewesen und meine Einschätzung bestätigt sich auch diese Saison. Wie pomadig Elia gegen Dortmund spielte. Nichts gelang dem – aus meiner Sicht total unreifen – Niederländer. Nicht ohne Grund wechselte Trainer Oenning zur Halbzeit Marcell Jansen ein, der mit seinem straken Drank nach vorne Akzente zu setzen wusste. Mit Jansen kam etwas Schwung ins HSV-Spiel und Jansen konnte sich ein ums andere Mal gegen die starken Dortmunder Außenverteidiger durchsetzen. So wollen wir das sehen, so wollen wir ihn sehen – auch gegen Hertha am kommenden Wochenende. Es erscheint einem völlig schleierhaft, wieso sich ein eigentlich so hervorragender Fußballer wie Elia in Hamburg (im Gegensatz zur niederländischen Nationalmannschaft) bislang nicht durchsetzen konnte. Der HSV und Elia: das passt nicht und es hat noch nie gepasst.

David Jarolim musste überraschenderweise auf der Bank Platz nehmen. HSV-Coach Oenning zog es vor, Rincon und Kacar als Doppel-Sechs auflaufen zu lassen. Keiner der beiden konnte weder defensiv noch offensiv Akzente setzen. 3 aus 2 lautet das Motto: Jarolim, Kacar oder Rincon. Einer der drei wird auch gegen Hertha auf der Bank sitzen müssen. Kacar hätte bei mir einen Stammplatz, da er offensivstark ist. Bei Jarolim und Rincon scheiden sich jeweils die Geister. Ich sehe beide etwa gleichauf.

Enttäuschend unser Sturm: Mladen Petric sah mangels Zuspielen keinen Ball und Copa-America-Superstar Paolo Guerrero fiel bereits in Halbzeit 1 mit einem Muskelfaserriss aus. Wie sagte bereits Thomas Doll? Haste Scheisse am Fuß, haste Scheisse am Fuß. Guerrero wird also vorerst ausfallen – die Chance für unseren kleinen Koreaner Son. Ich hege aber stark Zweifel, dass er sich letztendlich auch in der Bundesliga durchsetzen wird. Ihm fehlt es an nötiger Robustheit.

Wo sehe ich die Probleme des HSV? Verwunderlich, dass Frank Arnesen das Team nicht auf der rechten offensive Seiten verstärkt hat. Für mich DIE Baustelle der Hamburger. Ein Äns Ben-Hatira hat aus meiner Sicht kein Bundesliga-Niveau. Ben-Hatira wurde in der Rückrunde der letzten Saison aus mir unerfindlichen Gründen vom Trainer und den Medien hochgejubelt. Für mich ist Ben-Hatira eher der neue Trochowski. Sprich: Ein uneffektiver Spieler, der nichts „reisst“.
Eine weitere Baustelle ist der Spielaufbau im Allgemeinen. Der HSV verfügt aus meiner subjektiven Sichtweise nicht über das Spielermaterial für einen schnellen und ideenreichen Spielaufbau. Erst recht nicht, wenn die wenigen verbliebenden Kreativspieler wie Elia zu Totalausfällen mutieren. Daher meine Prognose: Der HSV wird wie in all den Jahren zuvor akute Probleme haben, das Spiel zu „machen“ und den Ball gescheit vor das gegnerische Tor zu befördern.  Dazu sind auch die offensiven Seiten zu schwach besetzt. Einzig und alleine ein Marcell Jansen macht Hoffnung. Außerdem Neuzugang Per Skjelbred von Rosenborg Trondheim. Der neue „blonde Engel“ der Liga?!

So negativ wie mein Text auch klingen mag: Der Hamburger SV befindet sich in einer Phase des größstmöglichen Umbruchs. Wir Fans, die Medien und auch der Verein sollten mittel- bzw. längerfristig die vor der Saison geforderte Geduld aufbringen. Den Trainer in Frage zustellen ist zu diesem Zeitpunkt grober Unfug, der von Fußballahnungslosigkeit zeugt. Hamburg erwartet insgeheim von der jüngsten Mannschaft der Liga auf Anhieb Platz 2 bis 6. Wie utopisch kann man denken?! Liebe HSV-Fans, bitte dschraubt die Erwartungen rigoros herunter. Diese Saison wird es für den HSV um die Plätze 10 bis 16 gehen. Ich erwarte durchaus den tabellarischen Kontakt zur Abstiegszone. Das Spiel gegen Hertha BSC am 2. Spieltag wird ein Stückchen mehr Licht ins Dunkle bringen. Auch nach dem verkorksten Saisonauftakt gegen den BVB ist und bleibt der HSV die Wundertüte der Liga.

Krank – ohje – aber die Bundesliga lebt

Das hat mir gerade noch gefehlt: Ein „fetter“ grippaler Infekt, wo doch heute mein Hauptpraktikum gestartet wäre. Nun bin ich erstmal krankgeschrieben und bekomme Antibiotika, da meine Lunge bereits entzündet ist. Super… Aber besser in Deutschland krank werden als damals in Mailand.

Das gestrige HSV-Spiel habe ich mir dennoch angeschaut live im Stadion (klar! – aber da ging es mir auch noch relativ gut). Wie (von mir) erwartet war es ein Arbeitssieg gegen eng stehende Kölner Nichtskönner Langweiler. Der HSV konnte nur schlechter spielen als die beiden Spiele zuvor, wo Topleistungen abgeliefert wurden. Es gab nichts mehr zu gewinnen. Daher: Respekt an den HSV für den 3:1 Erfolg. So muss das!

Es steigen ja bekanntlich nur maximal drei Mannschaften aus der Liga ab… Ich habe aber schon mindestens sechs als potentielle Absteiger auf der Liste. Hannover 96, der FC Köln, Bochum, Mainz, Hertha und Nürnberg. Die Teams werden’s unter sich ausmachen. Ja – die Hertha ist mit dabei! Die Jungs haben schon letzte Saison einen langweiligen Minimalisten-Fußball gespielt und mit den Abgängen Pantelic, Voronin, usw. ist da die Luft endgültig raus. Rien ne va plu, Herr Favre. Ich will ja nicht gemein oder gehässig sein – aber ich gönne der Hertha den Abstieg. Meiner Meinung nach einer der unsympathischsten Clubs der Liga. Ich könnte  50 Jahre in Berlin wohnen und würde kein Hertha-Spiel besuchen (außer die gegen den HSV). Da geht man besser zu Eisern Union. Die spielen wenigstens Fußball.

Die Wolfsburger werden ähnlich enttäuschen und sich im Mittelfeld der Liga tummeln. Ein Schatten ihrer selbst… Zwei miserable Spiele gegen die Hamburger und Münchener, eine gute Halbzheit in Köln.. das war’s. Der VW-Motor ächzt und stöhnt. Benzin ausgegangen? Auftanken bitte.

Bislang fehlt eine Überraschungsmannschaft… Da habe ich die Gladbacher auf dem Zettel. es bahnt sich aber eine Saison ohne großartige Überraschungen an. Der BVB hinkt dem vorgeeilten Ruf hinterher genauso wie sein Welttorjäger Lukas Barrios. Stuttgart wird die Champions-League zu schaffen machen und der FC Schalke 04 droht zurück in noch gar nicht so alte Zeiten zu verfallen. Magath hin oder her. Felix kann sich glkücklich schätzen, einen Rafinha gehalten zu haben.

Was machen die Leverkusener? Ernst oder Strohfeuer? Die gleiche Frage stellt sich in Bezug auf meine Hamburger Jungs. Labbadia ist bekanntlich Meister der Frühform und Altmeister des späteren Absturzes. Dennoch: Ich habe beide Teams auf dem Zettel. Auch den FC Bayern. Wer zuletzt lacht… Mit Arjen Robben (den ich persönlich seit langer Zeit für einen der besten Fußballer der Welt halte – erst recht in Verbindung mit Kumpel Sneijder) gelang ein Toptransfer. Quo vadis Klose? Sorry, aber deine Zeit war schon letzte und vorletzte Saison abgelaufen. Traurig, aber wahr nicht nur in Bezug auf die deutsche Nationalmannschaft. Zum Glück haben wir einen Gomez, der mit dem Wechsel zu den Bayern einen weiteren Schritt nach vorne getan hat. Danach kommt in Sachen Stürmern erstmal nur heisse Luft.

Eine Sache gibt es noch, die mich nervt: In Hamburg herrscht mal wieder Stunk – und der Aufsichtsrat ist wie immer mit von der Partie. Roman Grill, seines Zeichens Spielerberater, soll sportlicher Leiter werden. Geht das?! Fragt sich auch Frank Rost und äußert heftige Kritik an der Personalie. Anmerkung am Rande: Danke Frank für deine offenen und stets ehrlichen Worte. Rost ist ein Fußballfanatiker und Realist. Einer vom alten Schlag.  Der Hamburger Aufsichtsrat nimmt sich für zu wichtig und kommt zudem seinen Aufgaben nicht nach wie ich finde. 3-4 Leute (der Hoffmann-Klüngel) geben den Ton an, der Rest nickt ab und schweigt. So läuft das nicht. Der Aufsichtsrat soll kontrollieren und sich weniger selbst darstellen.Wird auch nötig Zeit, dass mit Guerrero verlängert wird. Der HSV hat gepokert – jetzt ist Guerrero mit seinen vier Törchen im Vorteil und wird unter 3 Mio Jahresgehalt nicht zu halten sein.

Gute Nacht! Nur der HSV!

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