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Manuel Neuer – die Geister, die ich rief

Manuel Neuer

Manuel Neuer alleine auf weiter Flur... (Quelle: flickr.com - Creative Commons / SurfGuard, Cologne)

Manuel Neuer hat es nach seinem Wechsel vom FC Schalke 04 zu den Münchener Bayern bei den dortigen Ultra-Gruppierungen bekanntlich nicht leicht. Seitens der Münchner Ultras wurden Neuer Benimmregeln aufgetragen, die der Torwart widerstandslos akzeptiert haben soll. So darf sich Neuer der ultrabesetzen Südkurve der Bayern nicht nähern, keine Gesänge per Megafon verbreiten, das Bayern-Emblem auf dem Trikot nicht küssen, usw.

Ein Aufschrei ging durch Deutschland und insbesondere auch durch die Führungsriege der Bayern. Bayern Präsident Uli Hoeness äußerte sich kürzlich in der „TZ“ am 21.7.11 wie folgt zu dem Thema: „Ich bekomme im Moment viele Briefe, in denen mir gesagt wird, dass wir das Verhalten der Ultras nicht mehr dulden sollen. Ich glaube, sie haben es einfach übertrieben. Die Geschichte im Trainingslager und vor allem die Regeln für Manuel haben das Fass zum Überlaufen gebracht.“.

Ich bin alles andere als ein Freund der Ultra-Bewegungen, die in vielen Vereinen seit geraumer Zeit die Fankultur diktieren und Deutschlands Fankurven aktiv regieren und steuern. Seien es z.B. die Schickeria in München die die CFHH (Chosen Few) in Hamburg. Der Fall Neuer sollte aber etwas tiefgründiger und mit mehr Objektivität betrachtet werden. Manuel Neuer hat sich bereits im Kindesalter 100%ig zum FC Schalke 04 bekannt, woraus er während seiner gesamten Schalker Zeit keinen Herhl machte. Im Gegenteil: Er ließ keine Gelegenheit aus, sich öffentlich zur Clubliebe zu bekennen. De wichtigste Aspekt hierbei ist aber seine jahrelange Mitgliedschaft in der Schalker „Buerschenschaft“, einer einflussreichen und konservativen Ultra-Bewegung auf Schalke. Der Name ist abgeleitet vom Gelsenkirchener Stadtteil Buer, in dem der FC Schalke seit 1973 traditionell seine Heimspiele austrägt. Manuel Neuer ist in diesem Stadtteil groß geworden und aufgewachsen – ein echter Schalker und Buerer Jung also. Bei seinem ersten Bundesligaspiel für den FC Schalke trug Manuel Neuer unter seinem Torwarttrikot sogar ein T-Shirt der „Buerschenschaft“. Neuer hat Schalke 04 tagtäglich regelrecht gelebt, ähnlich wie Kevin Großkreutz sich extremst mit dem BVB identifiziert. Zwei Beispiele von Fußballern, die extreme Vereinsliebe und Vereinstreue an den Tag legen bzw. gelegt haben. Eine Vereinsliebe, die man im heutigen Profifußball nur noch selten bis gar nicht vorfindet.

Dies ist auch der Stein des Anstosses. Manuel Neuer kehrt dem FC Schalke 04 den Rücken und heuert ausgerechnet beim Ligakonkurrenten aus München an. Schlichtweg ein „No-Go“ für alle Schalker und FCB-Ultras. Die Ehre der Gruppierungen, die konsequent für die traditionelle Fußballkutur einstehen, ist verletzt und aus ihrer Sicht beschmutzt. Es ist für die Münchner Ultras ein rotes Tuch, wenn ein ehemals aktiver Schalker Ultra namens Manuel Neuer plötzlich das Vereinstrikot des FC Bayern trägt und den Verein somit auch repräsentiert. Aus Sicht der Ultras ein Regelbruch erster Güte. Manuel Neuer wurde auch von den Schalker Ultras nach Bekanntwerden seines Wechsels aus der „Buerschenschaft“ ausgeschlossen.

Es geht hier folglich um eine Auseinandersetzung im „Innenverhältnis“ der jeweiligen Gruppierungen. Streitigkeiten innerhalb einer „kleinen Gruppe“, der auch Neuer seit langer Zeit angehört oder angehörte. Zumindest mit ihnen sympathisierte.

Fazit: Unser Nationaltorwart ist an den Entwicklungen zu einem Großteil selbst Schuld. Nicht zuletzt hat er sich durch den Wechsel hinsichtlich der Vereinsliebe unglaubwürdig gemacht. Wenn sich Neuer seit Jahren zu seiner Ultragesinnung öffentlich bekennt, muss er nun auch mit den Konsequenzen innerhalb der Gruppe(n) rechnen. Zu seinen Jugendzeiten hat Neuer wohl selbst nie damit gerechnet, einmal das Trikot der ersten Schalker Herrenmannschaft tragen zu dürfen, so dass ihm die Auswirkungen seiner Ultramitgliedschaft nicht bewusst waren. Dennoch hat er sich selbst auf den Höhepunkten seiner bisherigen Laufbahn nie von den Ultras distanziert. Ich bitte zu beachten, dass ich hier aus der Sicht der Ultras argumentiere, zu deren Gruppierung Neuer gehört. Er hat sich aus gänzlich freien Willen den Ultras angeschlossen und war sich sicherlich auch zu jedem Zeitpunkt den Ultra-Maximen bewusst. Ein Wechsel zu einem nicht-deutschen Fußballverein hätte ihm im übrigen wohl die wenigsten Ultras übelgenommen. Ein jeder weiss, dass ein professioneller Sportsmann immer nach der höchsten sportlichen (und ggf. auch finanziellen) Herausforderung strebt. Diese aber beim FC Bayern zu suchen, war der fatale Fehler des Ultras Neuer.

Durch diesen Blickwinkel betrachtet, habe ich Verständnis für die Reaktionen der „Fans“, wenn ich die „Regeln“ in der Ultra-Gemeinschaft als Maßstab nehme – sowohl auf Schalker als auch auf Münchner Seite. Ob dieser Fußballfanatasimus dem Sport gut tut sei einmal dahingestellt. Deswegen hege ich auch kein Mitleid mit Manuel Neuer. Wer sich so klar und eindeutig als Ultrafan bekennt, darf sich nicht wundern, wenn der Schuss irgendwann einmal nach hinten losgeht. TSMEFEXWVQ57

Im übrigen ist im heutigen Fußball vermehrt zu beobachten, dass sich einige Profifußballer als Ultras bekennen oder ihnen sehr nahestehen. Diese Entwicklung fiel mir vor Jahren bereits im unterklassigerenn Ligabereich auf. (3. bis 5. Liga). Dieses durchaus interessante Thema würge für heute ab. Eine Frage hat mich im Zuge meiner heutigen Recherchen noch beschäftigt und ich habe keine Antwort darauf finden können: Großkreutz und Neuer wird nachgesagt, sie wären zu früherer Zeit mit Stadionverboten belegt worden. Ist da etwas dran?

Manuel Neuer… und die Geister, die er selbst (!) rief.

Edit: Ich entdeckte eben einen Artikel im Blog „Spielverlagerung.de“ – im übrigen ein äußerst lesenswerter Blog – der sich mit dem gleichen Thema beschäftigt. Es ist reiner Zufall, dass wir das gleiche CreativeCommons-Neuer-Foto verwendet haben für unsere Einträge – witzig. Hier der Link: http://spielverlagerung.de/2011/07/21/politik-in-der-kurve/

Klinsmann und die Bayern

Ich habe noch gar nicht meinen Senf zum Klinsmann-Rauswurf abgegeben. Meiner Meinung nach hätte der FC Bayern Klinsmann die zuvor zugesagte Zeit zum Aufbau einer schlagkräftigen Truppe geben müssen. Die Entlassung kam vorschnell. Wieso holt der geduldslose FCB einen Trainer, von dem die Entscheidungsträger wussten, dass er den Verein komplett umstrukturieren wird? Wieso erwartet die Geschäftsführung des FCB, dass auf Anhieb alles klappt und funktioniert? Hat der FCB etwa gleich im ersten Jahr vom Triple geträumt? Umbrüche erfordern bekanntermaßen Zeit und Geduld, Herr Uli „naiv“ Hoeneß.

Die Medien haben von Beginn an scharf gegen Klinsi geschossen, ihn auseinandergenommen, ihn kritisiert, wo es nur ging. Eine echte Chance, sein Projekt zu verwirklichen, hatte er nie. Dabei wurde Klinsmann anfangs eine 2-3jährige Umbruchsphase zugesagt.

Natürlich war Klinsmann unter den gegenwärtigen Umständen nicht mehr haltbar. Permanente mediale Klinsmann-Debatten und „Klinsmann raus“-Rufe seitens der Fans haben Mannschaft, Verein und Trainer gleichsam verunsichert. Klinsmann selbst hat vielerlei Fehler begangen (van Bommel-Diffamierung etc.) gemacht – das ist nicht abzustreiten. Dennoch wäre es Aufgabe des FCB und seiner Führung gewesen, ihrem Trainer 100%iges Vertrauen entgegen zu bringen und ihm mindestens 2 Jahre Zeit zu lassen für ein ruhiges, konsequentes Arbeiten. Ich bin mir beinahe sicher, dass die Saison 2009/10 unter Klinsmann erfolgreich verlaufen würde. Klinsmann und der FCB haben jeweils Lehrgeld bezahlt.

Ich bin weiß Gott kein Klinsmann-Fan, wie aber medial mit dem Ex-Coach umgegangen wurde, ist unter aller Kanone. Die BILD Zeitung hat Klinsmann beispielsweise seit Monaten bzw. bereits seit Beginn seiner Vereinstrainer-Tätigkeit gemobbt, wo es nur ging. Heuchlerbande: Das Sommermärchen 2006 ausloben, aber zwei Jahre später grob foulen.Vor allem dieser Aspekt macht einen traurig.

Man kann NEgativ- und Positivbeispiele für das Festhalten an einem Trainer vorbringen. Ich erinnere mich da an die HSV-Zeit unter Trainer Thomas Doll, wo der Schuss nach hinten los ging. Die Frankfurter Eintracht kann anderes berichten: Sie hielt zu Krisenzeiten Anfang der Saison bedingungslos zum Trainer Friedhelm Funkel und wurde in ihrer Entscheidung sportlich bestätigt.

Letztendlich kann man darüber streiten, welcher der beiden Wege nun der richtige gewesen wäre, den WM 2006 Trainerhelden zu schassen. Kritiker antworten. Jogi Löw wäre ohnehin der taktische und sportliche Vater der WM 2006 gewesen, Klinsmann nur der Repräsentant und Motivator.

Mal sehen, ob Trainergreiß Heynckes seine Sache besser machen wird…

HSV in der UEFA-Cup Zwischenrunde gegen Nijmegen

Der HSV trifft im Februar in der UEFA-Cup Zwischenrunde auf den holländischen Vertreter NEC Nijmegen, die zuvor Udinese Calcio ausgeschaltet haben. Die Niederländer haben gestern (28.12.) in Alkmaar durch ein Tor von Pelle 1:0 verloren. Mathijsen wird es freuen, ist Alkmaar doch sein Ex-Verein. Der HSV geht mit dem Vorteil ins Rennen, das Rückspiel in Hamburg austragen zu dürfen. Ich höre mich schon singen: Wir holen den U-U-EFA-Cup und wir werden Deutscher Meister- MEISTER!
Mir ist NEC ja ein sehr sympathischer Gegner. Einfach ging es beinahe nicht und es wurden unattraktive osteuropäische Clubs vermieden. Zu NEC gibt es nicht viel zu sagen. Eine Mannschaft ohne Stars. Am interessantesten gestaltet sich da noch die Vergangen heit des Stürmers Rachid Bouaouzan, der nach einem rüden Foul in der Saison 2004/05 im Spiel gegen die Go Ahead Eagles zu einer Haftstrafe von sechs Monaten verurteilt worden war und damit seinen Ruf in den Niederlanden ramponierte. Der Vorfall geisterte durch die internationale Presse (ich erinnere mich sogar noch). Mit dem Foulspiel beendete Rachid die Karriere seines Gegenspielers Kokmeijer, der einen doppelten Beinbruch erlitt. Bouaouzan wurde in der Folge zu Wigan nach Endland ausgeliehen, ist mittlerwele aber zu NEC zurückgekehrt und Stammspieler Also Achtung HSV. Doppelte Schienbeinschoner anziehen. Untenstehend seht ihr das entsprechende YouTube Video.
Was haben wir also zu erwarten? Wohl ein Weiterkommen und den Einzug ins Achtelfinale. Mit oder ohne Ivica Olic, der zu Beginn des neuen Jahres mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit seinen Wechsel zum FC Bauern bekanntgeben wird. Tschüss Ivica – du wirst dem HSV fehlen. Ivica steht für Konstanz, Kampf, Einsatz, Spielfreude, Tore,… Er war nicht 1x verletzt, hat immer alles für den HSV gegeben, in guten und in schlechteren Zeiten, hat nie negativ auf sich aufmerksam gemacht. Meinen Respekt. Ein Vorbild-Fussballer. Wer kann ihm den Wechsel verübeln? Zumal ich es nicht vertreten könnte, Olic 4 Mio. Jahresgage zu zahlen und damit das Gehaltsgefüge des HSV durcheinander zu bringen bzw. weiter hoch zu schrauben. Ich vermute einen Wechsel in der Winterpause, was am ersten Spieltag des neuen Jahres zu einer selten dagewesenen Brisanz führen würde. Nämlich genau dann, wenn der HSV zu Hause auf die Klinsmänner treffen wird. So oder so: Olic wird beim ersten Bundesligaspiel der Rückrunde in der HSH-Nordbank-Arena auflaufen bzw. zugegen sein.

Guter Saisonstart für den HSV. Zidan zum BVB im Tausch mit Petric?

Ein Auftakt nach Maß: 2:2 in München! Weiterhin in der Bundesliga in der Allianz-Arena unbesiegt. Glückwunsch, HSV, zur tollen Leistung. Weiter so! Nach einem frühen, unverdienten 2:0 Rückstand zeigte der HSV eine tolle Moral und war dem Sieg nach 90 gespielten Minuten näher als der FC Bayern.

Viel heisser finde ich den scheinbar perfekten Wechsel von unserem glück- und motivationslosen Mo Zidan zu seinem Ziehpapa Klopp nach Dortmund – im Tausch mit Mladen Petric. ZDF und BILD berichten übereinstimmend. Das wäre doch der SUPERTAUSCH! Lusche Zisan weg aus Hamburg, dafuer kommt Olic‘ Sturmpartner aus der kroatischen Nationalmannschaft an die Elbe. Hey – DAS hat was!!! Man stelle ich einen Sturm aus Paolo, Mladen und Ivica vor *Zunge schnalz*. Aber nicht, dass Zidan unter Kloppo wieder aufdreht…

Mo Zidan

Steht vor einem Wechsel nach Dortmund: Mo Zidan

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