Enjans Blog

Kieler Kunterbuntes

Archiv für den Monat “Oktober, 2009”

Luxusinternat

Ich hatte vor einiger Zeit einen Artikel über „Das Luxusinternat“ verfasst – ausgestrahlt auf RTL. Allem Anschein nach gefällt die negative Kritik einigen Schülern dieser Schule nicht. Daher frage ich mich: Wenn die RTL Reportage überzogen gewesen sein soll und alles nicht so ist, wie es rüberkam, wieso erteilt man RTL überhaupt eine Drehgenehmigung? Es war doch klar, dass ein reißerischer Bericht entstehen würde. Nicht wegzulügen sind aber die vielen überheblichen Statements der Eltern bzw. auch einiger Schüler. Ob diese Leute an der Schule eine Minderheit sind, vermag ich an dieser Stelle nicht zu beurteilen. Anstatt sich über negative Publikumsresonanz aufzuregen, sollte man mit der Kritik an die produzierende Firma herantreten, die u.U. ihrer gesellschaftlichen Verantwortung nicht nachgekommen ist und so eine polemische (?) Reportage gesendet hat. In der heutigen, wirtschaftlich unsicheren Zeit reagieren viele Menschen empört auf zur Schau gestellten Reichtum und Arroganz. Das sollte RTL bedenken, aber auch alle Schüler und Schülerinnen der betroffenen Schule, die ich mitunter zu Unrecht vorverurteilt fühlen. Klar ist: Viele SchülerInnen der Schule werden lieb und nett sein. Keine Frage. Nur werden diese SuS leider zu keiner Zeit im Bericht gezeigt oder gar erwähnt. Also liebe Schülerinnen und Schüler, Lehrer, Schulleiter und Eltern aus/in Neubeuern: Wer sich ein RTL-Kamerateam ins Haus holt, muss mit saftiger und ggf. auch unberechtigter Kritik rechnen und leben. Alleine der Titel „Luxusinternat“ ist polemisch genug gewählt. Wer sich zudem noch arrogant und überheblich im TV äußert und vermeintlichen monetären Reichtum heraushängen lässt, hat es auch nicht anders verdient. Ich befürchte, dass es die betreffenden Schüler und Schülerinnen an eurer Schule jetzt schwer genug haben werden… Oder wird denen auf die Schulter geklopft: „Gut gemacht!“?

Aus meiner Sicht ist es weniger der Neid der Gesellschaft, der zu Unverständnis und zu negativen Äußerungen führt. Es ist das unsympathische, überhebliche Verhalten und Wesen vieler der gezeigten Akteure. Klar ist aber auch, dass an der Schule ein gewisse Elite herangezüchtet wird, die mit erheblichen Vorteilen in die Berufswelt startet. Nicht weil sie schlauer sind als andere Kinder, sondern weil sie bereits einer Gesellschaftsschicht angehörig sind, wo genügend Connections und „Vitamin B“ vorhanden ist, die Kinder erfolgreich in das Berufsleben zu vermitteln. Die Mehrklassengesellschaft ist unbestritten, in einer Demokratie und im Kapitalismus aber auch „normal“. Die Bildungspolitik bemüht sich seit Jahren um mehr Chancengleichheit, um eine Reduzierung der „gesellschaftlichen Schere“. Meiner Meinung nach braucht unser Land auch einige „Eliteschulen“. Leider ist ein Besuch dieser „Eliteschulen“ heutzutage oftmals vom finanziellen und gesellschaftlichen Status eines Schülers abhängig. Dahingehend erstreckt sich auch meine Kritik. Das „Luxusinternat“ steht hier aber nur symbolisch für bildungspolitische Ungerechtigkeiten. Desweiteren möchte ich noch bemerken, dass den Schülern und Schülerinnen aus den entsprechenden Familien auch nach Absolvierung staatlicher Schulen viele Wege offen stehen würden. Zudem sollte man aber auch nicht die Anerkennung vergessen: Von nichts kommt nämlich auch ein einem „Luxusinternat“ nichts. Ich sehe folglich folgende ursächliche Gründe für die auf die Schule hagelnde Kritik: Ein u.U. polemisch produzierter Bericht, Zurschaustellung von Luxus mit einhergehender verbaler Arroganz seitens der schulischen Akteure und eine Schulleitung, die ihrer Verantwortung nicht nachgekommen ist, Schule und Schüler vor den Folgen einer solchen Reportage zu schützen. Die unterrichtliche Qualität der Schule steht sicherlich außer Frage. Manch ein Lehrer (und Schüler) wäre glücklich, nur über ein Drittel der Ausstattung zu verfügen.

Deutschland – Finnland in „meinem Wohnzimmer“

Es begab sich zu einer Zeit … zu der Deutschland sich bereits für die WM in Südafrika qualifiziert hatte. Nein, dies ist nicht der Anfang der Weihnachtsgeschichte. Die Weihnachtsgeschichte hat eine frohe Botschaft zu verkünden, ich dagegen eine negative: Das Länderspiel der deutschen „Nati“ gegen Finnland in meinem „Heimatstadion“ im Volkspark war ein grauenhaftes. Fußball: Fehlanzeige. Stimmung: Fehlanzeige. Sieg: FEhlanzeige. Endstand: 1:1. Ich habe selten ein schlechteres Fußballspiel live im Stadion verfolgen müssen als an diesem Abend, von der mangelnden Stimmung und Atmosphäre ganz zu schweigen. Null Support, wirklich null! Ich war baff.

Nach dem Spiel stellt sich ein Ballack oder Adler mit totaler Verständnislosigkeit vor die Medien und beschwert sich über das halbzeitliche Pfeifkonzert der enttäuschten Besucher. Herr Ballack, die Zuschauer bezahlen ein hohes Eintrittsgeld (plus sonstige Ausgaben wie Parkplattz, verpflegung, ggf. Hotel, Benzin,…), um Sie im Nati-Dress sehen zu dürfen. Die Besucher waren – entgegen ihrer Meinung – nicht da, um eure erfolgreiche WM-Quali zu feiern. Das haben wir alle schon am Wochenende oder beim freien Training am Montag erledigt. Die Besucher waren da, um eine befreit aufspielende Nationalmannschaft zu sehen, die Spaß am Fußball zeigt und uns mitreisst, wenigstens ein einigermaßen akzeptables Spiel zeigt. Davon war nichts zu sehen. Kein Elan, kein Wille, keine Motivation. Ist es da nicht nur gerecht, wenn man mit Pfiffen bedacht wird, die einen ggf. während der Halbzeitpause aufwecken? Die Pfiffe galten dem Spielgeschehen, keinem Nati-Spieler persönlich. Nicht mal dem Bremer Tim Wiese. Aber als Profifußballer verkennt man scheinbar des öftern mal die soziale Realität. Dass viele Stadionbesucher sich die Kosten vom Munde haben absparen müssen, dafür höchstwahrscheinlich auf andere Dinge verzichtet haben.

Herr Ballack: Viele von uns verdienen ebenfalls (wie sie) 25.000 Euro – aber nicht am Tag, sondern im Jahr!Ich bitte dies nach dem nächsten Pfeifkonzert zu beachten. Ein wenig Selbstkritik und Relfexion wären auch angebracht. Zum Feiern gehe ich in die Disco, zum Fußball schauen ins Stadion.

Über das Spiel selber gibt es keine großen Worte zu verlieren. Das einzige deutsche Tor in Minute 90 haben wir nicht mehr gesehen, da wir bereits auf dem Weg zum Auto waren. „Bloß weg hier!“. Nach der miserablen Leistung war uns selbst das verpasste Tor egal und man wollte, gänzlich durchgefroren, nur noch nach Hause.

Dennoch will ich meinem Blog und den Lesern ein paar visuelle Eindrücke nicht vorenthalten:

Nationalhymnen D - FIN

Nationalhymnen D - FIN

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Ich habe auf meiner Cam noch ein Video des Spiels gefunden, in dem man die typische pomadige, uneffektive  Spielweise Piotr Trochowskis bestens sehen kann. Leider leider leider darf ich keine Videos, auf denen Spielszenen zu sehen sind, posten. Schade!!! Hätte ich ja allen gerne mal gezeigt, die meinen, Troche sei der absolute „Knaller“ auf dem Platz. Da ich ihn seit nunmehr fünf Jahren in JEDEM spiel beobachte, lasst euch sagen: Trochowski ist ein Spieler, der maßlos überschätzt und überbewertet wird. So langsam kommen immer mehr Leute dahinter. Große Klappe, nix dahinter sage ich immer.

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