Enjans Blog

Kieler Kunterbuntes

Kostenvoranschlag für meine defekte SLR Kamera

So so… Da gebe ich meine schicke Spiegelreflex-Kamera bei einer Vertragswerkstatt ab und warte knappe drei Wochen auf den verlangten Kostenvoranschlag. Nicht passiert… Komisch? – die Jungs benötigen dafür doch sicherlich keine zwanzig Tage. Am Telefon klärte sich die Situation daraufhin: Meine Kamera sei laut der freundlichen Mitarbeiterin „im falschen Regal gelandet“ und sie hätten den Auftrag daher noch nicht abgearbeitet. Ich würde den Kostenvoranschlag noch am selben Tag zugeschickt bekommen. Hurra – wie recht sie hatte: Der KVA kam exakt 10 Minuten später per E-Mail. Ich wiederhole: 10 (z-e-h-n) Minuten später. Inhalt: 241 Euro Reparaturkosten – Hauptplatine müsse ausgewechselt werden. Aha! Interessant.

HALLO?! Mir stellen sich die Härchen senkrecht auf und die Hutschnur geht hoch. Wie bitte komme ich innerhalb von 10 Minuten auf die schwammig-eindeutige Diagnose „Hauptplatine defekt“? Der Mitarbeiter kann in der kurzen Zeit die Kamera nicht einmalgeöffnet haben! Hier wurde anhand meiner Fehlerbeschreibung (Kamera geht nicht mehr an und bekommt keinen Strom) eine PAUSCHAL-DIAGNOSE gestellt. Meiner Meinung und meinen Nachforschungen nach ist eine Sicherung defekt – ein häufig vorkommendes Problem bei meinem Gerätetyp.

Welche Gegenleistung kann ich als Kunde für einen 40 Euro teuren Kostenvoranschlag verlangen? Antwort: Dass ein fachlich geschulter Mitarbeiter den Fehler nach besten Wissen und Gewissen sucht und diagnostiziert. Bei Kameras, die keinen Strom erhalten, ist es von Vorteil, deren Gehäuse zu öffnen um Spannungen zu messen etc.  Alles eindeutig nicht geschehen. Alleine das Schreiben der Rechnung muss den Mitarbeiter fünf Minuten Zeit gekostet haben. Ich wiederhole: Die E-Mail hatte ich 10 Minuten nach Ende meines Telefonats in der Mailbox.Mir kann niemand erzählen, dass da sauber und fair gearbeitet wurde.

Herrje – über sowas kann ich mich tagelang aufregen.

Fazit: Ich habe umgehend eine Beschwerdemail geschrieben, in der ich mich weigerte, 40 Euro für diese unehrliche und schlampige Arbeit zu bezahlen (plus 12 Euro Versand). Die Antwort kam heute vormittag: Die Kamera wird mir unrepariert (wie von mir gewünscht) zurückgeschickt. Ich zahle lediglich die Versandkosten. Okay, damit kann ich leben. Das war eine unerwartet kulante Antwort.

Für 241 Euro lasse ich die Kamera natürlich nicht reparieren, da ein aktueller Kamera-Body eines moderneren Gerätes mit 400 – 500 Euro zu Buche schlägt und meine Kamera fünf Jahre auf dem Buckel hat.

Dennoch ärgerlich… Nun habe ich eine damals 800 Euro teure Kamera herumliegen, die keinen Mucks mehr sagt. Es kann doch nicht sein, das solch teure Geräte als Ex- und Hopp-Ware betrachtet werden, dessen Reparaturen sich nicht mehr lohnen und sich als unwirtschaftlich erweisen. Ich wette, jeder Bastler bekommt die Kamera für einen MAterialaufwand in Höhe von 3 Euro wieder fit. Zeitaufwand: Maximal eine Stunde.

Servicewüste Deutschland – ich kann es nicht anders nennen. Als Kunde außerhalb der gesetzlichen Gewährleistung oder außerhalb der Herstellergarantie ist man ein Niemand, ein Nichts, ein Nervenbündel – auf verlorenem Posten.

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