Enjans Blog

Kieler Kunterbuntes

Klinsmann und die Bayern

Ich habe noch gar nicht meinen Senf zum Klinsmann-Rauswurf abgegeben. Meiner Meinung nach hätte der FC Bayern Klinsmann die zuvor zugesagte Zeit zum Aufbau einer schlagkräftigen Truppe geben müssen. Die Entlassung kam vorschnell. Wieso holt der geduldslose FCB einen Trainer, von dem die Entscheidungsträger wussten, dass er den Verein komplett umstrukturieren wird? Wieso erwartet die Geschäftsführung des FCB, dass auf Anhieb alles klappt und funktioniert? Hat der FCB etwa gleich im ersten Jahr vom Triple geträumt? Umbrüche erfordern bekanntermaßen Zeit und Geduld, Herr Uli „naiv“ Hoeneß.

Die Medien haben von Beginn an scharf gegen Klinsi geschossen, ihn auseinandergenommen, ihn kritisiert, wo es nur ging. Eine echte Chance, sein Projekt zu verwirklichen, hatte er nie. Dabei wurde Klinsmann anfangs eine 2-3jährige Umbruchsphase zugesagt.

Natürlich war Klinsmann unter den gegenwärtigen Umständen nicht mehr haltbar. Permanente mediale Klinsmann-Debatten und „Klinsmann raus“-Rufe seitens der Fans haben Mannschaft, Verein und Trainer gleichsam verunsichert. Klinsmann selbst hat vielerlei Fehler begangen (van Bommel-Diffamierung etc.) gemacht – das ist nicht abzustreiten. Dennoch wäre es Aufgabe des FCB und seiner Führung gewesen, ihrem Trainer 100%iges Vertrauen entgegen zu bringen und ihm mindestens 2 Jahre Zeit zu lassen für ein ruhiges, konsequentes Arbeiten. Ich bin mir beinahe sicher, dass die Saison 2009/10 unter Klinsmann erfolgreich verlaufen würde. Klinsmann und der FCB haben jeweils Lehrgeld bezahlt.

Ich bin weiß Gott kein Klinsmann-Fan, wie aber medial mit dem Ex-Coach umgegangen wurde, ist unter aller Kanone. Die BILD Zeitung hat Klinsmann beispielsweise seit Monaten bzw. bereits seit Beginn seiner Vereinstrainer-Tätigkeit gemobbt, wo es nur ging. Heuchlerbande: Das Sommermärchen 2006 ausloben, aber zwei Jahre später grob foulen.Vor allem dieser Aspekt macht einen traurig.

Man kann NEgativ- und Positivbeispiele für das Festhalten an einem Trainer vorbringen. Ich erinnere mich da an die HSV-Zeit unter Trainer Thomas Doll, wo der Schuss nach hinten los ging. Die Frankfurter Eintracht kann anderes berichten: Sie hielt zu Krisenzeiten Anfang der Saison bedingungslos zum Trainer Friedhelm Funkel und wurde in ihrer Entscheidung sportlich bestätigt.

Letztendlich kann man darüber streiten, welcher der beiden Wege nun der richtige gewesen wäre, den WM 2006 Trainerhelden zu schassen. Kritiker antworten. Jogi Löw wäre ohnehin der taktische und sportliche Vater der WM 2006 gewesen, Klinsmann nur der Repräsentant und Motivator.

Mal sehen, ob Trainergreiß Heynckes seine Sache besser machen wird…

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