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Kieler Kunterbuntes

booklooker.de – für alle Lesebegeisterten (plus Exkurs „Feuchtgebiete“)

Ich möchte euch heute den Online-Bookstore „booklooker.de“ für Neu- und Gebrauchtbücher (sowie Filme und Musik) vorstellen. Ihr könnt hier kaufen und verkaufen. Eine echte Alternative zum bekanntesten deutschen Anbieter dieser Art (ich nenne keine Namen und meine nicht Ebay…) und seinen „Marktplatz“.
Das booklooker-Angebot ist vielseitig und groß. Zur Zeit stehen alleine 15 Millionen gebrauchte und 10 Millionen neue Bücher zum Verkauf. Diese werden sowohl von Privatpersonen als auch von Händlern vertrieben. Großer Vorteil gerade für Verkäufer: Versandkosten lassen sich eigenmächtig bestimmen, es fällt keine Angebotsgebühr an, der Angebotszeitraum ist nicht begrenzt und es wird lediglich eine Provision in Höhe von 6,9% zzgl. MwSt. fällig. Den Austausch der Bankdaten übernehmen Verkäufer und Käufer eigenständig. Bookooker.de dient sozusagen nur als Angebotsplattform ohne weiter in die Geschäfte einzugreifen.
Der o.g. Marktführer auf diesem Gebiet hingegen, lässt Verkäufer hinsichtlich der zu entrichtenden Provisionen und Gebühren alt aussehen und kann gegenüber dem booklooker-Angebot keinesfalls mithalten. Ich werde gleich diverse Bücher zum Verkauf einstellen und bereue, booklooker.de nicht früher genutzt zu haben.

Ein Positivbeispiel vom heutigen Tag. Ich habe um 15:40 Uhr ein gebrauchtes Thomas Bernhard Buch zum Preis von 2 Euro plus 1,10 Euro Versandkostenpauschale erworben. Dieser Schmöker ist derzeit nämlich bei den Buchhändlern nicht lieferbar. Soeben erhielt ich eine E-Mail des Verkäufers, der mir neben seinen Kontodaten mitteilte, die Sendung bereits um 16 Uhr postalisch verschickt zu haben. Das nenn ich schnell-schnell und vertrauensvoll. Eine äußerst positive Erfahrung! Klasse.

Einen negativen Punkt sehe ich allerdings: Es gibt weder für Käufer noch für Verkäufer eine Absicherung im Fall einer Nicht-Lieferung oder Nicht-Zahlung. Solcherlei Streitigkeiten müssen die Beteiligten wohl unter sich austragen bzw. über den Rechtsweg. Ausserdem gibt es keine Möglichkeit, Fotos und Abbildungen der Verkaufsgegenstände einzusehen. Die Beschreibung des Zustandes eines Buches kann ja durchaus dehnbar zu interpretieren sein.

Dennoch: Daumen hoch für diese Internetseite mit ihrem umfangreichen Angebot an Literatur jeglicher Art und scheinbar größtenteils seriösen, zuverlässigen Handelspartnern.

Mir tut es weh, Bücher zu verkaufen. Eine große Bücherwand verleiht einem Arbeitszimmer immer ein gewisses Flair und läßt auch viele Rückschlüsse auf den Inhaber der Bücher zu, auf seine Gewohnheiten, Vorlieben und Interessen. Leider habe ich aber nur begrenzten Stellraum und möchte auch alten Uni-Ballast von mir werfen. Ballast meine ich auch im übertragenen Sinne. Der Anblick von BWL- (insbesondere Mathe- und Statistik-) Büchern macht mir gelegentlich übelste Laune. Weg damit.

Wenn ich das Charlotte Roches „Feuchtgebiete“ besitzen würde (was zum Glück nicht der Fall ist), würde ich es als erstes verscherbeln und den Käufer gleichzeitig bemitleiden. Ich habe letzte Woche den Fehler gemacht, kurz in das Hörbuch hineinzuhören… Was soll ich sagen? Trivialliteratur wäre ein Kosename. Selbst der Ausdruck „Schund“ ist untertrieben. Wie bitte kann man sich an so einem ekelhaften, unflätigen Kram ergötzen und das Buch toll finden? Ich habe aus reiner Neugier und dem Drang Mitreden zu können hineingehört. Also bitte… Wenn ich etwas über Blumenkohl erfahren möchte, halte ich Smalltalk mit meiner Marktfrau… Bezüglich angenehmer, betörender Düfte wende ich mich eher an die gute Dame im „Douglas“-Fachgeschäft. Ich hoffe innigst, Frau Roche wollte mit diesem Buch nur Schockieren und/oder sich eine goldene Nase verdienen und meint den Inhalt nicht ernst. Noch mehr hoffe ich, dass keiner meiner Mitbürger sich an die fixen Ideen des Buches hält und selbige ausprobiert… Pfui! … und ich bin mit Sicherheit nicht konservativ oder prüde, meine Damen und Herren. Das schlägt dem Fass den Boden aus. Wie pflegte es mein alter Lateinlehrer auszudrücken?! „Scheiss‘ in‘ Teich, dann ham die Fische auch was!“ oder „Lass dich einpökeln!“.

In diesem Sinne ein erholsames, lesereiches, aber rochefreies Wochenende ohne Blumenkohl und „kronkorkengroßen dunkelbraunen Flecken“ in der Leibwäsche… Ich bin stolz auf alle, die an dieser Stelle meinen „Wink“ nicht nachvollziehen können!

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